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12.2015




Annemasse : Les Traversées


von: J. Emil Sennewald

  
Harold Guérin · Focus, 2014; Luc Matten­berger · Moonrise, 2009. Foto: Sophie Goyard


Sehen, Glauben, Wissen beherrschen das abendländische Forschen. Die ­Villa du Parc sucht unter dem Saisontitel ‹Fiktion› Bruchstellen zwischen diesen Begriffen. Dafür lud der in Genf lebende französische Künstler Benoit Billotte (*1983, Metz) acht Kolleg/innen ein, die sich mit Expeditionen und deren Deutungen befassen. Ein Beziehungsspiel, das zu seinen Arbeiten passt, die Formen und das imaginäre Potenzial von Kartografie erkunden. Nun entfalten unsichtbare Vektoren zwischen den Werken von etwa Gleichaltrigen Dynamiken des Wissens. So die Dokumente der in New York geborenen Storytelling-Meisterin Ellie Ga. Sie nahm 2007 an einer Nordpol-Expedition teil. Nun erzeugt sie eine imaginäre Linie zwischen Entdecken und Überleben, die den Drang des Forschens grundiert. Ähnliche Bezüge entstehen zum Genfer Luc Mattenberger, der an den narrativen Möglichkeiten scheinbar wissenschaftlichen Materials arbeitet. Dessen oft magisch-mysteriöse Aufladung ironisieren Lena Amuat und Zoë Meyer. Das Duo aus Zürich und Bern kombinierte Abbildungen betender Astronauten mit solchen, die ein mit geometrischen Körpern überzeichnetes Universum zeigen. Dass Kunst und Wissenschaft zum Magischen neigen, ist bekannt. ‹Les Traversées› zeigt: Allein der Abstand zum gelebten Phänomen definiert, was gewusst werden kann, was geglaubt werden muss.

Bis: 19.12.2015



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Ausgabe 12  2015
Autor/in J. Emil Sennewald
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