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12.2015




Genève : Jan Fabre


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Jan Fabre · Sacrum Cerebrum, 2015, Carrara­marmor, Gehirn Masstab 1:1 ©ProLitteris. Foto: Pat Verbruggen


Erst vor einigen Tagen ist die Bronze­plastik von Jan Fabre (*1958, Antwerpen), ‹L'homme qui portait sa croix› in der Kathe­drale seiner Heimatstadt eingeweiht worden. Die traditionelle Christusidentifikation durch Kunstschaffende aufgreifend, ist darin Fabre selbst zu erkennen, wie er ein Riesenkreuz in seiner Hand balanciert. Gleichzeitig macht er die Frage, wie wir in unserem Leben das Materielle und das Spirituelle in Einklang bringen, zum zentralen Thema. Der produktive Plastiker, Performer und Choreograf hat zurzeit auch seine fünfte Einzelschau in der heute von Barthélemy Pralong geführten Galerie Guy Bärtschi. Wie keine andere hat die Galerie hierzulande seit 1990 das neue Interesse der Kunstschaffenden an Körper, Tod und Gedächtnis bewusst gemacht. Wohl angeregt von den Dombesuchen greift Fabre in ‹Sacrum Cerebrum› liturgisches Gerät auf, das Barmherzigkeit stets mit Herz und Blut verbunden hat. Bei den in Carrara-Marmor gehauenen Kelchen und Reliquiaren ist jedoch das zentrale Element durch ein Gehirn ersetzt. Fabre spielt damit auf die Entdeckung der Spiegelneuronen an, die den Schluss nahelegen, dass der Mensch tatsächlich auf Empathie angelegt ist, die über die Neuronen in unseren grauen Zellen abläuft.

Bis: 08.01.2016



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Ausgabe 12  2015
Ausstellungen Jan Fabre [07.11.15-08.01.16]
Institutionen Art Bärtschi & Cie [Genève/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
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