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Hinweis
12.2015




London : Francisco de Goya


von: Brita Polzer

  
Francisco de Goya · Die Familie des Infanten Don Luis de Borbón, 1783/84, Öl auf Leinwand, 248x330 cm


Museumseintritte sind frei in London, welch Geschenk! Spezielle Ausstellungen aber kosten: 16 £ die Schau mit Porträts von Francisco de Goya (1746-1828) - vielleicht ist sie deshalb nicht vollends überlaufen, wie ich befürchtet hatte. Es gibt keine Majas zu sehen, weder ‹Caprichos› noch ‹Pinturas negras›, aber eine Reihe grossartiger Porträts - auf denen auch Goya selbst bisweilen auftaucht. Mit ‹Der Graf von Floridablanca›, 1783, malte er, der keine Akademieausbildung hatte, seinen ersten, türöffnenden Auftraggeber. Dieser schenkt dem einen Entwurf präsentierenden kleinen Goya links im Bild keinen Blick. ‹Die Herzogin von Alba›, 1797, zeigt herrisch auf den Boden hinab, wo «Solo Goya» zu entziffern ist - was heute nicht mehr als Hinweis auf Bettgeschichten, sondern als stolze, wenn auch staubig-demütige Einschreibung des gefragten Porträtmalers interpretiert wird. ‹Die Familie des Infanten Don Luis de Borbón›, 1784, zeigt Goyas immenses Einfühlungsvermögen - mit 13 sprechenden Gesichtern, deren so ganz unterschiedliche Blicke auf einen je anderen Charakter verweisen. Unten links, im Schatten, ist wieder Goya zu sehen, wie er die Pinsel schwingt. Bei ihm Modell zu sitzen, sei sicher einschüchternd gewesen, erzählt Kurator Xavier Bray im kurzen Einführungsfilm. Goya habe durch seine Modelle hindurchgeschaut, das Porträtiertwerden habe einer Sitzung beim Psychologen geglichen.

Bis: 10.01.2016



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Ausgabe 12  2015
Ausstellungen Goya: The Portrais [07.10.15-10.01.16]
Institutionen National Gallery [London/Grossbritannien]
Autor/in Brita Polzer
Künstler/in Francisco de Goya
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