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Hinweis
12.2015




Winterthur : Enigma


von: Kristin Schmidt

  
Anonym · Ohne Titel, ca. 1950, Silbergelatine-Abzug, 6,5x9 cm


Jede Fotografie hat ein Geheimnis - so die These der von Michel Frizot kuratierten Ausstellung ‹Enigma› im Fotomuseum, die unter anderen gemeinsam mit der Maison Européene de la Photographie, Paris, erarbeitet wurde. Dieses Geheimnis ist umso grösser, desto ferner, fremder die Sujets der Fotos sind und desto weniger über die Aufnehmenden bekannt ist. Den Beginn der Schau markiert daher nicht zufällig eine anonyme Amateur­fotografie aus dem Jahr 1890. Ein Schatten fällt aufs Gras, der Vogel dort war wohl eigentlich gemeint. Aber die Motivation, der Ort und andere Begleitumstände sind nicht überliefert. Das und dass es dennoch überdauert hat, macht seinen Reiz aus. Indem die Ausstellung jedoch versucht, die Faszination am Unbekannten in zehn Kapitel aufzuschlüsseln und somit die Rätselhaftigkeit zu schubladisieren, verhindert sie den offenen Blick. Ohnehin überschneiden sich diese Kategorien in vielerlei Hinsicht, ob nun die «Aussergewöhnlichen Konfigurationen» oder «Die ästhetische Entscheidung» gemeint sind oder die Bilder heutigen Sehgewohnheiten nicht mehr entsprechen - die Auswahl reicht bis 1970. Aber letztlich birgt auch die aktuelle Fotografie Irritationspotenzial, der Einbezug zeitgenössischer Arbeiten hätte die Präsenta­tion um einige Geheimnisse bereichert.

Bis: 14.02.2016



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Ausgabe 12  2015
Ausstellungen Enigma [24.10.15-14.02.16]
Institutionen Fotomuseum Winterthur [Winterthur/Schweiz]
Autor/in Kristin Schmidt
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