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Artikel
Prix Meret Oppenheim 2015


Elizabeth Teissier :  «Meine Hypothese lautet, dass unser Künstler sein künstlerisches Talent aus einem früheren Leben geerbt hat.»


Christoph Büchel oder der Versuch Widersprüche zu vereinen

Dr. Elizabeth Teissier

  


Anfangs war geplant, das Horoskop einer Person zu erstellen, von der ich lediglich wusste, dass sie einer der vier Gewinner des Prix Meret Oppenheim 2015 ist. Ähnliches hatte ich in den letzten Jahren schon des Öfteren akzeptiert, also begann ich, den Charakter der Person zu analysieren, und stützte mich dabei auf die gegebenen Daten, Geburtstag, Ort und Uhrzeit. Als das Ganze schon ziemlich weit fortgeschritten war, kam meine findige Assistentin, ein gewissenhafter Steinbock, übers Internet auf den Namen des Preisträgers, was im Endeffekt aber kaum noch etwas an meiner Deutung änderte, da ich ihn ja nicht persönlich kenne.

Das Geburtshoroskop von Christoph Büchel zeigt sehr klar Erfolg und Berühmtheit an für diese atypische, am 11. September 1966, 14.15 Uhr, in Basel geborene Jungfrau mit Aszendent im Zeichen Schütze. Ein erster Hinweis auf einen Widerspruch, auf zwei Seelen in dieser Künstlerbrust : Die typischen Jungfrau-Eigenschaften - Bescheidenheit, Zurückhaltung, Vernunft, Skepsis, der Hang zu analytischem Denken, Ordnungsliebe und Sinn fürs Detail - dieses Erd-Zeichens stehen den Eigenschaften des Feuerzeichens Schütze gegenüber - Grosszügigkeit Draufgängertum, Reisen und neue Horizonte liebend, mit einem ausgeprägten Sinn für philosophisches Denken und einem Hang zur Synthese. Ein starker und ambivalenter Charakter, der - nicht immer ohne Schwierigkeiten - den Widerspruch zwischen der Extravertiertheit und dem Erfolgsstreben des Schützen mit der bescheidenen Zurückhaltung der Jungfrau vereinen muss.

Mit vier Planeten in der Jungfrau und im Sektor der Ideen, darunter der Uranus der Rebellen, zeigt sich die Bedeutung der Ideen und der Analyse, der Hang zum Neuen, zur Innovation, und eine äusserst originelle Kreativität, die sich u. a. auch auf Architektur und Skulptur beziehen könnte.

Der zweite Power-Planet in diesem Quartett ist Pluto, der hier ein Talent zur Manipulation symbolisiert und einen gewissen Machthunger, aber auch den Willen, Dinge zu reformieren, ganz neue Wege zu gehen, die Materie neu zu formen. Hinzu kommt der Sinn für Abstraktion, klare Konzepte und Sprache sowie die Fähigkeit, sich im Abstrakten genauso wohlzufühlen wie im Konkreten. Beide Sternzeichen haben jedoch eines gemeinsam : die Liebe zur Unabhängigkeit ...

Der Schütze-Aszendent ist ein Symbol für das ewig Jugendliche, den puer aeternus (den ewigen Jüngling). Oft sehen Menschen mit dieser Schütze-Jungfrau-Mischung auch im späteren Alter noch jung aus, wie etwa Michael Jackson, Prince oder Gérard Philippe. Häufig sind diese Menschen jugendlich frech und provozieren gern, haben aber Sinn für Humor und sind manchmal Spielernaturen. Traditionen werfen sie gern über den Haufen und lehnen das Establishment ab. Entsprechend der Volksweisheit zum Thema Ehe : «Wer drin ist, möchte gerne wieder raus, und wer draussen ist, möchte gerne hinein.» Alles in allem ein richtiger Einzelgänger.

Dies sind nur einige Hinweise auf diese psychologische «Zerrissenheit », denn zusätzlich bildet Mars im Horoskop eine Überlagerung mit dem Mond im Löwen, was neben einem ausgeprägten Sinn für Ästhetik auch das Bedürfnis zu glänzen anzeigt, auch auf Kosten anderer oder gesellschaftlicher Strukturen. Nicht erstaunlich, dass bei seiner Geburt in Basel die Himmelsmitte, sozusagen der Zenith, das Symbol der Berufung, in der Waage stand, was in erster Linie auf Kunst hinweist. Da aber der Waage- Planet Venus im Sektor der Krisen steht, dürfte dies - zumindest teilweise - erklären, dass er immer wieder alles in Frage stellt ... Glücklicherweise für Christoph Büchel wirkt diese Venus sehr positiv im Sektor der Freunde und Projekte, und ich denke, dass Freunde eine grosse Rolle für den Erfolg dieses Künstlers spielen. Ein weiterer wichtiger Aspekt (ohne hier mit technischen Details zu langweilen : es handelt sich um Lilith) signalisiert, dass er eher kontaktarm ist, dass Kommunikationen eine echte Crux sein können. Konflikte mit dem Vater könnten Auslöser dafür sein. Auch die Mutterbeziehung dürfte weder einfach noch sehr harmonisch gewesen sein - heftige Auseinandersetzungen und eine gewisse Aggressivität sind bei dieser Konstellation nicht selten. Der Mond im Zeichen Löwe weist oft auf eine starke Persönlichkeit der Mutter hin, die hohe Erwartungen hegte und dominierend war, was sein Frauenbild - vielleicht auch seine Sexualität - beeinflusste. Dieser Löwe-Mond in Verbindung mit dem stimulierenden Mars erklärt wiederum seinen stark ausgeprägten Sinn für Ästhetik und Provokation und seine hohe Meinung von sich selbst, die in bestimmten Phasen des Lebens (fast ?) zu Megalomanie führen könnte, was wiederum in starkem Widerspruch zur «bescheidenen Jungfrau» steht, die eher dazu neigt, sich zu unterschätzen. Noch ein Punkt : Meine Hypothese lautet, dass unser Künstler sein künstlerisches Talent aus einem früheren Leben geerbt hat. Es ist sein Karma.

Bilanz?
Eine vielschichtige Persönlichkeit, zerrissen durch widersprüchliche Tendenzen, die ihn zu einem Freigeist und Freidenker geformt haben, der extreme Widersprüche miteinander versöhnen will und über sich selbst hinauswächst, nicht nur durch Abstraktion, sondern auch durch seine Suche nach Universalität ... Möglich sogar, dass sein grosses Ziel der umfassende Weltfrieden ist, «la paix universelle» ? Altruismus und Spiritualität könnten ausgleichend auf seine inneren Spannungen wirken, seinem Leben einen echten Sinn geben.

Perspektiven für die Zukunft :
Als Astrologin bin ich nicht erstaunt, dass bei Christoph Büchel die Zeichen derzeit auf Erfolg stehen. Eine grosse Anerkennung scheint einleuchtend, angesichts eines guten Jupitereinflusses, der schon seit Oktober wirksam ist. Zwischen Mai 2015 und März 2016 könnte eine grössere Veränderung (Umzug ?) seine Pläne durchkreuzen, es dürfte hin und wieder ziemlich hektisch werden. Dazu kann Saturn bis Oktober gewisse Einschränkungen bedeuten, oder Frust im Gefühlssektor ; man geht den Dingen (z.B. Beziehungen) auf den Grund. Gleichzeitig eröffnen sich durch Uranus aber ganz neue unerwartete Chancen und Angebote (von jetzt bis April 2016), wobei der September 2015 sowohl künstlerisch als auch in Beziehungen mit Highlights aufwartet. Eine wichtige Etappe in seinem Leben ! ... Derzeit signalisiert der Glücksplanet Jupiter schöne Erfolge, schon um den 9. Juni, und Mitte Juni steht Christoph Büchel vor einer wichtigen Wahl, die künstlerisch und privat Entscheidungen bringt, Komplikationen speziell um den 21. Juni herum. Ab November 2015 beginnt eine Glücksphase, vielleicht mit Reisen oder Ausland verbunden, die bis März 2016 schöne Resultate verspricht. Schon im Februar 2016 steht er wieder im Rampenlicht und kommt einen grossen Schritt weiter. Der Juli 2016 wird eine echte Erntezeit. Schon ab Frühjahr und bis 2018 führt ein positiver Pluto zu einem Wandlungsprozess, der einen einschneidenden Neuanfang und eine unerwartete Entfaltung einleitet. Ein Einfluss, der praktisch einmalig im Leben ist ...

Bonne chance à Christoph Büchel !
Dr. Elizabeth Teissier



Dr. Elizabeth Teissier Die französische-schweizerische Astrologin ist durch ihre Fernsehsendungen und insgesamt 40 Bücher bekannt, die in ein Dutzend Sprachen übersetzt wurden, unter anderem auch als erste westliche Astrologin ins Chinesische. Ihr Doktorat in Soziologie 2001 an der Pariser Sorbonne sorgte für Schlagzeilen in der internationalen Presse, etwa in Le Monde, aber auch die New York Times brachte einen Artikel mit dem Titel, «Star Wars: Is Astrology Sociology?». Neben mehreren Horoskop-Rubriken, darunter in der Schweizer Illustrierten, publiziert dr. E.T. auf ihrer erfolgreichen Webseite jede Woche Horoskpe, Prognosen und Blogs zum politischen Geschehen. Seit über 30 Jahren berät sie zudem führende internationale Politiker, etwa François Mitterand (1916-19996) oder König Juan Carlos von Spanien, sowie grosse Firmen. Elizabeth Teissier lebt und arbeitet in Genf. »



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Ausgabe 13  2015
Autor/in Elizabeth Teissier
Künstler/in Christoph Büchel
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