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1/2.2016




Zug : Charaktere


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: Evelina Cajacob · HandArbeit, 2010
rechts: Jean Frédéric Schnyder · Sinnbild, 2010


Das Kunsthaus Zug feiert dieses Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Zum Abschluss des Jubiläumsjahrs zeigt es Hauptwerke aus dem Bündner Kunstmuseum, das gegenwärtig einen Erweiterungsbau erhält. Das Gastspiel der Churer Sammlung bildet die Fortsetzung einer Reihe von Kooperationen mit anderen Schweizer Museen. Die vorgängigen Präsentationen von Partnermuseen wurden von Marco Obrist, Sammlungskurator des Kunsthauses Zug, kuratiert. Diese Schau stellt insofern eine Ausnahme dar, als sie in Zusammenarbeit mit Stephan Kunz, dem Direktor des Bündner Kunstmuseums, entstanden ist.
Die Schau bespielt sämtliche Räume und umfasst Werke aus der Zeit um 1900 bis in die Gegenwart. Im ersten Raum ist Giovanni Giacometti prominent vertreten. Vor dessen monumentalem Triptychon ‹I figli della luce› sind Möbel von Diego Giacometti (einem seiner Söhne) präsentiert. Die Kombination von freier und angewandter Kunst findet man auch im nächsten Raum, wo nicht nur Teppichentwürfe von Ernst Ludwig Kirchner ausgestellt sind, sondern auch textile Ausführungen, die Lise Gujer nach Kirchners Vorlagen in Davos schuf. Auf die Handarbeit als weibliche Domäne verweist Evelina Cajacobs Video-Loop ‹HandArbeit›, in dem zwei Frauenhände mit der immer gleichen Bewegung Geschirrtücher falten.
Ein besonderes Charakteristikum der Churer Sammlung ist die Auseinandersetzung mit der Landschaft. Diese findet sich bspw. in den Schwarzweissfotografien von Albert Steiner, Guido Baselgia und Ester Vonplon. Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Mensch dar, so in den Holzschnitten von Kirchner, Hermann Scherer und Alberto Giacometti. Durch die Einflechtung einiger weniger Werke aus den hauseignen Beständen in Zug entstehen spannende Konstellationen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Sammlungen, aber auch den Künstlern erkennen lassen. Ein besonderes Highlight ist die Gegenüberstellung von Werken von Gustav Klimt und den quadratischen Gartenbildern von Augusto Giacometti, die aus denselben Jahren (1916/17) datieren. Mit Lenz Klotz, Matia Spescha, Corsin Fontana und Marcel Schaffner ist die ungegenständliche Kunst vertreten, die - vergleichbar mit den expressiven Kohlezeichnungen von Miriam Cahn - oft eine haptische Qualität enthält.

Bis: 21.02.2016



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Ausgabe 1/2  2016
Ausstellungen Charaktere - Bündner Kunstmuseum zu Gast [29.11.15-21.02.16]
Video Video
Institutionen Kunsthaus Zug [Zug/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
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