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3.2016




Bern : M.S. Bastian und Isabelle L.


von: Alice Henkes

  
links: M.S. Bastian und Isabelle L. · Galerie Martin Krebs, 2015, Assemblage
rechts: M.S. Bastian und Isabelle L. · Bastomania Taxi, 2015, Assemblage


Mickey Mouse und Rotkäppchen, Barbapapa und Hokusais berühmte Welle: Im Werk von M.S. Bastian (*1963, Bern) und Isabelle L. (*1967, Biel) kommt zusammen, was auch im realen Leben oft nebeneinander steht. Die beiden arbeiten, als griffen sie einfach nur grosszügig hinein in die viel beschworene Bilderflut der Bildschirme und Medien, in der Künstlerisches und Profanes, Stilles und Lautes, Aussagekräftiges und Plakatives, Sinnhaftes und Absurdes sich mischen. Das Bieler Künstlerpaar, dessen Werk deutlich sichtbar in der Comic-Szene der Achtzigerjahre verwurzelt ist, hat ein Œuvre geschaffen, das sich auf spielerische Weise mit der Rezeption von Kunst und Wirklichkeit und der Entwicklung der westlichen Gesellschaften beschäftigt. Eifrig zitieren die beiden in Gemälden und Objektbildern Comic-Helden und Kinderbuchfiguren, Werbegrafiken, aber auch Künstler von Keith Haring über Hans Schärer bis zu Urs Dickerhof, bei dem sie einst an der Schule für Gestaltung Biel ausgebildet wurden. Ihre Zitate zeigen immer unverkennbar ihre eigene Handschrift und ihre Begeisterung - das Staunen vor der Schönheit der Holzschnitte Hokusais, das Vergnügen an der Wandelbarkeit der Comic-Figur Barbapapa. Dicht gedrängt finden sich diese Zitate in den Werken, die als Wimmelbilder für Erwachsene auf eine freundliche, doch unmissverständliche Weise von der Unübersichtlichkeit der Gegenwart sprechen.
Eines der hintergründigsten Werke der aktuellen Ausstellung ist nach dem Ort der Schau benannt: ‹Galerie Martin Krebs›. Das Objektbild wirkt wie eine Papierbühne. Es zeigt ein Haus, in dessen Erdgeschoss sich eine Galerie befindet, in der gerade eine gut besuchte Vernissage stattfindet. Einige der Bilder liegen auf der Strasse, es sind kleine Hommagen an Künstler wie Hans Schärer, Atak und Keith Haring. Durch die Galeriefenster sieht man hinter all den Gästen ein kleines Bild, in dem das Künstlerpaar eines seiner eigenen Werke persifliert hat. Im Obergeschoss sind die beiden als Maler und Modell zu sehen. Die ‹Galerie Martin Krebs› aus Papier und Farbe ist ein Loblied auf die Freuden der Kunst und das Glück der Kreativität, aber auch ein augenzwinkernder Kommentar auf die unauflösliche Verbindung von Kunst und Kommerz. Zudem ist das Werk auch ein Abschiedsgruss an den Galeristen Martin Krebs, der nach Ende dieser Ausstellung seinen Kunstraum schliessen wird. Krebs, der 1968 als Galerist begann und seine Galerie in der Münstergasse seit 1971 führte, setzte in seinem Programm stark auf Malerei von Künstlern wie Urs Stooss, Samuel Buri, Jean-Francois Luthy. Daneben waren immer auch Kunstschaffende mit einer Verbindung zu Comic-Kunst und Streetart bei ihm vertreten, wie Jim Avignon und Thomas Baumgärtel.

Bis: 24.03.2016



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Ausgabe 3  2016
Ausstellungen M.S. Bastian, Isabelle L. [13.01.16-26.03.16]
Institutionen Martin Krebs [Muri BE/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in M.S. Bastian
Künstler/in Isabelle L.
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