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3.2016




Luzern, Meggen : Gábor Fekete/Randy Tischler


von: Martin Sutter

  
links: Gábor Fekete · Japanischer Traum in Railjet, 2015, Digitalfotografie
rechts: Randy Tischler · Don't Touch my Coke IV, 2015


Spürbar ist die Entdeckungslust der beiden Künstler an alltäglichen Situationen und narrativen Bildinhalten. Im Benzeholz - einem dreistöckigen Haus für zeitgenössische Kunst an der Seepromenade in Meggen - treffen in der Ausstellung ‹Paradiso Cracks› zwei Fotografen aufeinander, deren Arbeitsweisen subtile Geschichten zwischen Dokumentation und Fiktion erzeugen.
Gábor Fekete (*1954), Luzerner Fotograf und Illustrator mit ungarischen Wurzeln, ist ein selbsternannter Bilderfinder. Während er durch den Alltag flaniert, sucht er nicht nach perfekter Komposition oder Farbgebung, sondern lässt sich von trivial anmutenden Situationen bezirzen. Er interessiert sich für das Miteinander von Menschen und ihre Umgebung und lässt daraus faszinierende Bildergeschichten entstehen. Pausierende Arbeiter, himmlische Kondensstreifen, schlafende Pendler oder Astgabelungen nimmt Fekete mit bewusstem Blick ins Visier, ohne dabei eine spielerische Leichtigkeit zu verlieren.
Eine Generation jünger ist der in Emmenbrücke aufgewachsene und in Zürich tätige Randy Tischler (*1973), der im mittleren Stockwerk mit einer Installation Einblick in sein fotografisches Repertoire präsentiert. Bunt, grossformatig, zusammengewürfelt aus Einzelstücken und teilweise frei im Raum hängend erscheinen Porträtaufnahmen von konsumorientierten Menschen. ‹Don't touch my Coke› heisst der Werkzyklus, dessen anonyme Protagonist/innen mit Markenprodukten posieren. Tischler thematisiert die Moderne als erstrebenswertes Ziel der heutigen Gesellschaft. Auch in seiner Fotoserie ‹Fun Shapes›, die im berüchtigten «Flüchtlingsdschungel» von Calais entstanden ist, lichtet er von einem modernene Wohlstand träumende Menschen ab und erzählt ihre Geschichte in Bildern ohne Anfang und Ende.
Der Dachstock wird von Fekete zum begeh­baren Atelier mit integrierter Werkstatt umfunktioniert, in dem Schuhsohlen zu Bildträgern für Fotografie und Illustration mutieren. Mittels Laser-Cutter lassen sich digitale Bildvorlagen in die ledernen Laufflächen von Sandalen und Herrenschuhen einbrennen. Fekete erweitert die Motive mit zeichnerischen Elementen und formuliert den Anspruch, dass die «mobilen Fotografien» wortwörtlich in den Aussenraum getragen werden.

Bis: 27.03.2016


Künstlergespräch mit Alexandra Blättler, 13.3., 17 Uhr



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Ausgabe 3  2016
Autor/in Martin Sutter
Künstler/in Gabor Fekete
Künstler/in Randy Tischler
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