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4.2016




Wettingen : Next Stop


von: Lucia Angela Cavegn

  
Paul Takács · O.T., aus der Serie: Zeichen zum Nullpunkt - 2, 2013, 70x50 cm, Öl auf Papier


Das Gluri Suter Huus ist nicht nur aus denkmalpflegerischer Sicht ein interessantes Haus, es fällt zudem immer wieder mit spannenden kleinen und feinen Ausstellungen auf. Die aktuelle, von Rudolf Velhagen kuratierte Schau trägt den Titel ‹Next Stop›. Die regionale Werkschau mit sechs künstlerischen Positionen versteht sich als Momentaufnahme, die Einblicke in das Schaffen sowohl ganz junger als auch fortgeschrittener Kunstschaffender gibt und in regelmässigen Abständen fortgesetzt werden soll. Die Präsentation umreisst drei Themenfelder: der Mensch im Spannungsfeld zwischen Aussen- und Innenwelten; der Mensch in einer komplexen Welt mit unsichtbaren und nicht steuerbaren Mächten und der Mensch und seine Beziehung zur Natur.
Der jüngste Teilnehmer, Tino Fröhli (*1995), spürt bei seinen künstlerischen Erkundigungen dem Wesen von Mensch, Tier, Pflanze und elementarer Gegebenheiten nach. Ebenfalls mit der Natur - diesmal im weiträumigen Sinn - setzt sich das Künstlerduo Siebenhaar/Weiss (*1971/1966) auseinander. Es untersucht in seinen Video- und Fotoarbeiten (Camera obscura) einerseits die Sichtweise auf Landschafts-elemente, andererseits den Ausblick aus dem Fenster als Ausschnitt der Realität. Das Thema der «beschränkten», durch Fenster, Brillen, Bilderrahmen oder gar Unschärfe eingegrenzten Wahrnehmung finden wir des Weiteren in den Aquarellen von Milena Seiler (*1971). Die Verbindung von Innen- und Aussenwelt über Öffnungen, die Aus- und Einblicke erlauben, spielt ebenfalls im Schaffen von Sara Rohner (*1964) eine wesentliche Rolle. Ihr Hauptarbeitsmaterial ist die Zeitung, die Geschehnisse der grossen Aussenwelt in die kleine, ebenso private wie emotionale Innenwelt hineinträgt und verunsichert. Einen gänzlich anderen, weniger auf das Sehen fokussierten Ansatz verfolgen Esther Amrein (*1968) und Paul Takács (*1974). Während sich Amrein seit Jahren den Erscheinungsformen der Linie widmet, befinden sich Takács Arbeiten auf Papier im Wechselspiel zwischen (aberwitziger) Narration und formalem Minimalismus. Amrein zeigt Aufzeichnungen ihres selbst gebauten Movographen (einer Art Zeichnungsmaschine), mit dem sie ihre alltäglichen Bewegungen während sechs Monaten registriert hat. Diese «Datensammlung» ist weit mehr als eine imaginär-lineare Topografie, wenn man an elektronische Bewegungsprofile denkt. Nicht mehr lesbar sind hingegen die Aufzeichnungen jener Videobänder, die sie auf Papier gestickt hat und unter dem Titel ‹Homework› präsentiert. Parallel zu ‹Next Stop› zeigt das Gluri Suter Huus im Erdgeschoss Teil des Legats Ricklin, durch das die Wettinger Kunstsammlung Ende 2014 zu wichtigen Werken von Max Gubler, Ilse Weber und anderen bekannten Künstlerinnen und Künstlern gelangte.

Bis: 24.04.2016



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Ausgabe 4  2016
Ausstellungen Esther Amrein, Tino Fröhli, Sara Rohner, Milena Seiler, Paul Takács, Weiss/Siebenhaar [13.03.16-24.04.16]
Institutionen Galerie im Gluri Suter Huus [Wettingen/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Esther Amrein
Künstler/in Tino Fröhli
Künstler/in Sara Rohner
Künstler/in Milena Seiler
Künstler/in Weiss/Siebenhaar
Künstler/in Paul Takács
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