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5.2016




Berlin : Nervöse Systeme


von: Miriam Wiesel

  
Nervöse Systeme - Quantifiziertes Leben und die soziale Frage, Ausstellungsansicht HKW, The White Room. Foto: Laura Fiorio


Auch wenn Moore's Law an ein Ende gerät, die Digitalisierung und Infiltrierung aller Lebensbereiche geht ungehemmt weiter. Neoliberale Komfortversprechen haben uns längst aus Bedienern von Maschinen zu von Maschinen beobachteten Datenlieferanten gemacht. Diese Feedbackschlaufen, in denen wir uns permanent verheddern, aufzudecken, ist Anliegen der im HKW gezeigten Ausstellung ‹Nervöse Systeme›, die den «Blick auf die Beziehung zwischen dem Individuum und den unermesslichen Infrastrukturen der Daten­akkumulation» richtet. Kuratiert von Anselm Franke und dem Tactical Technology Collective, gliedert sich die Schau in zwei Bereiche, einen künstlerisch-dokumentarischen, The Grid, und einen experimentell aufklärerischen, The White Room. So weisen frühe biometrische Vermessungstechniken wie jene von Alphonse Bertillon oder Francis Galton auf die Rasterfahndung oder heutige Authentifizierung mittels Iris-Erkennung voraus. Bewegungsmuster - ‹Patterns of Life›, tänzerisch umgesetzt von Julien Prévieux - werden seit über 100 Jahren zwecks Standardisierung von Verfahren oder zur Verhaltensprognose erfasst. Dass sich auch die Beziehungsebene von Algorithmen erobern lässt, zeigt ‹Invisible Boyfriend›: Emotionalität für $ 25 im Monat. Wie man den Datensammlern ein Schnippchen schlägt oder ein Netzwerk hackt, erfährt man in den Workshops.

Bis: 09.05.2016



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Ausgabe 5  2016
Ausstellungen Nervöse Systeme [11.03.16-09.05.16]
Institutionen Haus der Kulturen der Welt [Berlin/Deutschland]
Autor/in Miriam Wiesel
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