Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
5.2016




Biel : Bieler Fototage


von: Alice Henkes

  
links: Matt Kay · Losing Ground, 2012-2014
rechts: Catherine Leutenegger · New Artificiality, 2015


Vom kleinen Treffen der regionalen Foto-Szene zum Foto-Festival mit interna­tionaler Ausstrahlung: Die Bieler Fototage sind heute eines der wichtigsten und bekanntesten Foto-Events in der Schweiz. In diesem Jahr findet das Festival zum 20. Mal statt.
Die Bieler Fototage feiern ihr 20-jähriges Bestehen mit einer Änderung im Zeitplan, das Festival zieht von seinem bisherigen Austragungstermin im September in den Mai um. Hélène Joye-Cagnard, Direktorin der Bieler ­Fototage, hofft, dass der neue Termin im Frühjahr frischen Wind in die erfolgreiche Veranstaltung bringt. Das Thema, das im Jubiläumsjahr über dem Foto-Festival mit Ausstellungen junger und renommierter Fotoschaffender aus der Schweiz und dem Ausland steht, ist klassisch und aktuell zugleich. Unter dem Titel ‹Permis de construire› (Baubewilligung), sind an einem halben Dutzend verschiedener Ausstellungsorte Fotoarbeiten, aber auch 3D-Grafiken zu sehen, die sich in klassischer Weise mit der Abbildung von Architektur und Bauvorhaben befassen, aber auch Arbeiten, in denen es um die Konstruktion von Wirklichkeit, von Identität, Geschichte und Bildern geht. Und einige Beiträge zeigen auch, wie eng Orte und Räume mit der eigenen Identität, dem eigenen Selbst verbunden sind.
Der südafrikanische Fotograf Matt Kay wuchs in einer Region auf, die durch den Bau eines Staudamms dramatisch verändert wird. Weite Gebiete mit Farmland und Siedlungen sollen geflutet werden. Kay machte sich mit der Kamera auf und besuchte die Menschen, die durch den Damm gezwungen sind, ihr altes Leben aufzugeben und an einem anderen Ort neu anzufangen. Die isländische Künstlerin María Elínardóttir hat zufällig einen Koffer auf der Strasse gefunden und versucht, indem sie den Koffer und seinen Inhalt dokumentiert, zu rekonstruieren, was für ein Mensch, was für eine Geschichte sich hinter den Gegenständen im Koffer verbergen könnte. Die Zürcher Fotografin Annick Ramp hat den Wandlungs- und Selbstfindungsprozess einer Intersexuellen begleitet. Catherine Leutenegger hingegen setzt sich intensiv mit den Möglichkeiten digitaler Technik und den Anwendungsgebieten von 3D-Drucken auseinander. 3D-Drucke spielen vor allem für die Konstruktion von Prototypen, aber auch in der Medizin eine wachsende Rolle. Die Fotografin aus Lausanne hat boomende chinesische Unternehmen besucht, die auf diesem Gebiet tätig sind und nach den Chancen und Grenzen dieser Technologie gesucht. Wie sich die stetig wachsenden technischen Möglichkeiten auf die Konstruktion der Realität, aber auch auf die Bilder, die wir uns von unserer Wirklichkeit machen, auswirken, das ist ein Thema, das einige der Ausstellenden beschäftigt. Der Spanier Miguel Angel Tornero geht es von einer ästhetischen Seite an und verwandelt Architekturfotos in surreale Traumräume.

Bis: 22.05.2016



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 5  2016
Ausstellungen Bieler Fototage [28.08.16-20.09.16]
Ausstellungen 20. Bieler Fototage [30.04.16-12.06.16]
Institutionen Bieler Fototage [Biel/Bienne/Schweiz]
Institutionen Photoforum Pasquart [Biel/Bienne/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=160421181348MTB-27
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.