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Hinweis
5.2016




Wien : Promise of Total Automation


von: Patricia Grzonka

  
The Promise of Total Automation, 2016


Um 1805 erfand der Franzose Jean-Marie Jacquard den ersten automatischen Webstuhl, der durch ein Lochkartensystem gesteuert wurde. Dieses legte auch den Grundstein für die technische Entwicklung von Rechenmaschinen und führte schliesslich zur Erfindung des modernen Computers. Systeme zur Rationalisierung von Arbeitsprozessen standen also am Anfang des digitalen Zeitalters. Ein Aufsatz mit dem Lesekopf eines Jacquard-Webstuhls aus dem Technischen Museum Wien ist in der Ausstellung ‹The Promise of Total Automation› neben anderen technischen Instrumenten zu sehen. Die Schau geht dem künstlerischen Interesse an Automatisierungsprozessen nach und untersucht das Thema unter den verschiedensten Zugängen. Was gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Schwarzromantik und die ersten Horrorgenres mündete, erhielt im 20. und 21. Jahrhundert eine Entsprechung durch die immer umfassendere Digitalisierung von Prozessen im Alltagsleben: Die Angst vor der Mechanisierung des menschlichen Subjekts bildete hier wie dort die Folie für künstlerische Projektionen. ‹The Promise of Total Automation› bleibt in der Schwebe zwischen Technikeuphorie und Digitalisierungskritik. Sie zeichnet vielmehr eine coole Oberfläche für die Faszination an der Regelhaftigkeit in ganz unterschiedlichen Ausformungen.

Bis: 29.05.2016



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Ausgabe 5  2016
Ausstellungen The Promise of Total Automation [11.03.16-29.05.16]
Institutionen Kunsthalle Wien Museumsquartier [Wien/Österreich]
Autor/in Patricia Grzonka
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