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6.2016




Bielefeld : Martin Disler


von: Cynthia Krell

  
Martin Disler · o.T., 1989, Acryl auf Leinwand, 295x295 cm, Buchmann Galerie. Foto: G. Kipp


Die figurative Kunst der Achtzigerjahre verbindet man eher mit Labels wie ‹Neue Wilde›, ‹Transavanguardia› oder ‹Figuration libre› als mit Werken von Martin Disler (1949-1996). Die Kunsthalle fokussiert mit ihrer Werkschau auf eine autodidaktische Figur, die trotz ihrer Teilnahme an der documenta 7 und der Schau 2007 im Kunsthaus Aargau bisher vornehmlich einem Fachpublikum bekannt gewesen ist. Die Frage stellt sich: Welche Aktualität haben die grossformatigen Gemälde, Grafiken und Terrakotta-Skulpturen von Disler heute? Was uns bildlich anspringt, ist die extreme Variation der Conditio humana, eine aus dem Unbewussten schöpfende Bildfindungsmaschinerie, in der sich das Archaische manifestiert. Dies wird im malerischen Spätwerk wie etwa ‹Ohne Titel›, 1989, deutlich: Dort verbiegen sich die Figuren grotesk, verschwinden in dynamisch bearbeiteten Menschenmassen. Dazu gesellen sich bauchige Terrakotta-Figuren, alle 1993, versehen mit fratzenartigen Köpfen, die wie den Bildern entsprungene Protagonisten wirken. Spannend wird es, wenn man sich ohne Rücksicht auf kunsthistorische Kategorien auf Dislers exzessive Bildwelt(en) einlässt. Wer noch tiefer eintauchen möchte, dem sei sein Roman ‹Bilder vom Maler› empfohlen. Dort schreibt er: «Es gibt etwas zu sehen nichts zu deuten und schon gar nichts zu deuteln, wobei wir dann bei der Kunstkritik sind.»

Bis: 03.07.2016



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Ausgabe 6  2016
Ausstellungen Martin Disler [19.03.16-03.07.16]
Institutionen Kunsthalle Bielefeld [Bielefeld/Deutschland]
Autor/in Cynthia Krell
Künstler/in Martin Disler
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