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7/8.2016




Burgdorf : Valérie Favre und Béatrice Gysin


von: Alice Henkes

  
Valérie Favre · Play Back, 2014/15, Öl auf Leinwand ©ProLitteris


Das Museum Franz Gertsch zeigt mit Valérie Favre und Béatrice Gysin zwei Künstlerinnen vom Bielersee, die sich in ihren Arbeiten ideal ergänzen. Beide berufen sich auf Literatur und Kunstgeschichte. Gysin hat für ­ihre Serie der ‹Notate› im Louvre in Paris Details grosser Meisterwerke abgezeichnet. Die dafür gewählte Technik - sie zeichnet mit Bleistiftpuder, der mit einem Wattestäbchen aufgetragen wird - spiegelt den kontemplativen Charakter dieser stillen Zeichenstunden. Nicht immer sind in den von Gysin gewählten Ausschnitten die Motive der Zeichnungen klar erkennbar. Bewusst spielt sie mit Offenem, lässt Raum für Vermutungen und Fantasien.
Valérie Favre nimmt in grossformatigen Gemälden die Idee vom Theater als Spiegel der Alltagswelt auf. In einer Serie von Triptychen malt sie Bühnenszenen wie Zerrspiegel: Ritter, Harlekine, Funkenmariechen und ein grinsender Knochenmann tanzen durch ein anspielungsreiches Labyrinth aus Räumen, das sich von Bild zu Bild fortzusetzen scheint. Es gibt Türen, die mal von vorn, mal von hinten, Figuren, die auf einem Bild im Zentrum, auf einem anderen im Hintergrund zu sehen sind. In diesen Bühnenräumen spiegelt sich die Gegenwart in ihrer Unübersichtlichkeit. Und es wirkt durchaus passend, dass auf jedem Bild ein Skelett mittanzt, den mittelalterlichen Totentänzen entliehen.

Bis: 14.08.2016



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Ausgabe 7/8  2016
Ausstellungen Valérie Favre [16.04.16-14.08.16]
Institutionen Museum Franz Gertsch [Burgdorf/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Valérie Favre
Künstler/in Béatrice Gysin
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