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7/8.2016




Düsseldorf : Hello Boys


von: Katja Behrens

  
Jen DeNike · The Pimp, 2015, Video, 5'24'', Farbe, Ton, Courtesy Anat Ebgi Gallery, Los Angeles


Bevor sie zu sehen ist, hört man sie schon, Marie-Jo Lafontaines Videoskulptur ‹Les larmes d'acier› von 1988: laute Opernarien, schwitzende Männerkörper, die atemraubende Inbrunst des Gesangs und die entschlossene Hingabe des Sportlers in einer wunderbaren Symbiose vereint. In den Siebzigerjahren hatten immer mehr Künstlerinnen begonnen, mit den vergleichsweise neuen Medien Fotografie und Videokunst zu experimentieren, hatten überkommene Darstellungskonventionen und -strategien zur Disposition gestellt, den eigenen Körper zum Gegenstand der Kunst gemacht oder die Rolle der Künstlerin im Kunstbetrieb befragt und neue Sichtweisen vorgeschlagen.
Die Julia Stoschek Collection hat für ihre Schau auf den eigenen Fundus zurückgreifen können, der eine gewisse Affinität der Sammlerin zu ebendiesen experimentell-­feministischen Arbeiten offenbart. Sympathisch (und richtig) dabei ist, dass die Filmarbeiten von Künstlerinnen nicht allein als ein inzwischen historisches, wie auch immer einflussreiches Phänomen gezeigt werden, sondern als immer noch relevant, auch wenn die Filme der früheren Jahre vielleicht doch die bildmächtigeren sind: etwa Barbara Hammers Werk ‹Sanctus›, die Dokumentation von Valie Exports ‹Tapp- und Tastkino› oder die titelgebende Projektion ‹Hello Boys› von Hannah Wilke.

Bis: 07.08.2016



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Ausgabe 7/8  2016
Ausstellungen Hello Boys [13.02.16-31.07.16]
Institutionen Julia Stoschek Collection [Düsseldorf/Deutschland]
Autor/in Katja Behrens
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