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7/8.2016




Rapperswil-Jona : Gabriel Kuri und Jessica Pooch


von: Nicola Schröder

  
Jessica Pooch · Kunst(Zeug)Haus, 2016


Im Sinne einer ‹Product Testing Unit› hat Gabriel Kuri (*1970, Mexiko-Stadt) in der Alten Fabrik Gegenstände menschlichen Gebrauchs nach systematischen und ästhetischen Kriterien organisiert. Kuri testet souverän und mit Witz Materialien auf Klassifizierbarkeit und Bedeutung. Dazu dienen ihm abgenutzte Seifen, ein maschinell durchlöcherter Steinblock oder ein Fliessband mit einer vor sich hin trudelnden leeren Getränkedose. Die spürbare Abwesenheit lebender Akteure verdichtet sich in einer Fast-Food-Situation, für die Kuri einen originalverpackten Ikea-Tisch zur Unterlage einer abgegessenen Mahlzeit macht. Sie ist gleichzeitig der auffälligste Bezug zur Parallel-Schau des vierten KURATOR* Kapitels unter dem Titel ‹120% - Optimierung vs. Entropie› unter der Regie von Christina Lehnert. Denn Jessica Pooch (*1982, Berlin) geht im Kunst(Zeug)Haus mit ‹Home Staging› vor. Indem sie den Ausstellungsraum konzeptuell von einer Home-Stagerin als exklusiven Wohnraum hat einrichten lassen, treibt sie frech dessen auffallend wohnlichen Loft-Charakter auf die Spitze. Unterstützt durch Bilder und Objekte von Roman Gysin (*1984, Möhlin) macht sie zentrale Aspekte der Ausstellungskunst - ­Autorenschaft, Unikatsgedanke, White Cube - wie auch die Entfremdung vom Menschlichen im Optimierungsprozess sichtbar.

Bis: 31.07.2016



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Ausgabe 7/8  2016
Ausstellungen Gabriel Kuri, Jessica Pooch [21.05.16-31.07.16]
Institutionen Alte Fabrik [Rapperswil-Jona/Schweiz]
Autor/in Nicola Schröder
Künstler/in Gabriel Kuri
Künstler/in Jessica Pooch
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