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9.2016




Milano : Theaster Gates


von: Barbara Fässler

  
Theaster Gates · True Value, 2016, Ausstellungsansicht Fondazione Prada. Foto: B. Fässler


Welches sind die «wahren Werte» im Leben und in der Kunst? Haben Hardware und handwerkliches Geschick seit dem Vormarsch der Software stetig an Bedeutung verloren? Mit seinen Installationen wirft Theaster Gates (*1973, Chicago) Grundsatzfragen zu Ziel und Bedeutung von Kunst auf. Der afroamerikanische Künstler hat den von italienischen Einwanderern in den Dreissigern gegründeten Hardware Store ins Museum seines Ursprungslandes zurückspediert. Der Metall­warenladen wurde aber nicht im Originalzustand transferiert, sondern künstlerisch sorgfältig neu gestaltet. Auf feine Farbabstimmungen achtend, schafft Gates ästhetische Kombinationen und mehrdimensionale Bildwelten mit offenen Deutungsmöglichkeiten: mal witzig und selbstironisch, mal ernst mit philosophischem oder schamanistischem Nachklang.
Wohl nicht ganz zufällig befindet sich der ‹Hardware Store› gleich neben der Bibliothek voller Kunstbände und be- oder erleuchtender Glühbirnen. In dieser Nachbarschaft erscheint auch das Handwerkerdepot als Wissens­archiv. Die Werkzeuge und Metallwaren bürgen für menschliches Urwissen und bergen die funktionale Kraft des Handwerks und das Potenzial des Demiurgen. Für Gates soll Kunst nichts darstellen, sondern soziale Beziehungen schaffen: «Die Zukunft der Kunst wird das Museum nicht brauchen, aber die Künstler werden immer den Hardware Store brauchen.»

Bis: 25.09.2016



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Ausgabe 9  2016
Ausstellungen Theaster Gates, Nástio Mosquito [07.07.16-25.09.16]
Institutionen Fondazione Prada [Milano/Italien]
Autor/in Barbara Fässler
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