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9.2016




Zürich : In & Out


von: Dominique von Burg

  
links: Irma Bucher · Wild Thing Transformed, 2016, Rosshaar und Stahl
rechts: Katharina Mörth · o.T., 2016, Abgussformen und Kunststofffolie. Foto: Martin Jedlitschka ©ProLitteris


«Wenn man zufrieden und glücklich ist, kann auch eine von aussen gewertete Niederlage ein Erfolg sein.» - «Erfolg ist, physisch und psychisch frei von jeglichen Zwängen und Fesseln zu sein.» Die Frage nach Erfolgsrezepten stellte sich Katharina Mörth im Rahmen der Manifesta 11 zum Thema ‹What People Do for Money› und hält sie in weissen Lettern auf Bruchstücken alter schwarzer Grabsteine fest. Kombiniert sind sie mit manuell modellierten Kunststofffiguren, die Menschen bei ihrer Arbeit zeigen oder symbolhaft für einen Berufszweig stehen. Direkt aus dem Berufsalltag gegriffen ist die Installation von Alex Meszmer/­Reto Müller und dem Künstler Mark Staff Brandl, die alte, noch praktizierte Handwerksarten im Seefeld erkunden. In einem Video sieht man einen Coiffeur, einen Schlosser und einen Schreiner bei der Arbeit. Diese Tätigkeiten sind traditionellen Handwerksberufen aus Assyut, Ägypten, mittels Zeichnungen, Objekten und Videos gegenübergestellt. Auf das wohl älteste Gewerbe der Menschheit spielen die installativen ‹Bettgeschichten›, 2016, von Chiara Fiorini an. Sie bestehen aus Collagen und Stickereien auf Unterlagen aus Bettfedern. Es ist Lager-, Schlaf- und Traumstätte, dient der sexuellen Vereinigung sowie der Prostitution und ist somit auch ein Mittel zur Geldbeschaffung. Zahlungsmittel ist der $ellout, eine eigene Währung, die Chris Dennis in einem durchdachten Konzept entwickelt und im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen der Manifesta verteilt hat.
Im Garten der Galerie werden zudem über 40 Skulpturen und Objekte von 19 Künstler/innen präsentiert. Eine besonders starke Präsenz strahlt ‹Wild Thing Transformed› von Irma Bucher aus, eine weibliche Figur aus schwarzem Rosshaar und Stahl, die schlicht und in ihrer Konzentration zugleich ehrfurchtgebietend wirkt. Von grosser Einfachheit sind auch die fragilen, archaisch anmutenden Eichenfiguren von Kathrin Zuzakova, die auf das Wesentliche reduziert sind. Dies gilt auch für Rudolf Tschudins leicht bewegte, fast schwebende Säule aus Inox. Sie besteht aus übereinandergestapelten, verformten und an den Rändern zusammengeschweissten Büchsen, denen die Luft entzogen wurde. So entfaltet sich der Rundgang zu einem Dialog zwischen strenger Ordnung und spielerischen Elementen.

Bis: 10.09.2016



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Ausgabe 9  2016
Ausstellungen In & Out - Skulpturen und Installationen [10.06.16-10.09.16]
Institutionen Jedlitschka Gallery [Zürich/Schweiz]
Autor/in Dominique von Burg
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