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10.2016




Basel : Kunstkredit Basel-Stadt 2016


von: Stefanie Manthey

  
links: Max Leiss · Ausstellungsansicht Kunsthaus Baselland, 2016
rechts: Maria Magdalena Z'Graggen · #871115 (licht 12+1), 2015, Öl auf Baumwolle, 50x50 cm


1919 wurde der Kunstkredit Basel-Stadt als Instrument zur Künstlerförderung gegründet. Neben Werkbeiträgen und Wettbewerben schliesst dieses Engagement auch den Ankauf von Werken ein. Über die Jahre ist eine Sammlung zeitgenössischer Kunst entstanden, deren primärer Leihnehmer die Stadt Basel und ihre Mitarbeiter/innen sind. Sie spricht anteilig in Räumen mit, die in den Arbeitsalltag integriert sind, während der grössere Teil in Depots ­lagert. Seit drei Jahren lässt der Kunstkredit die Jahresausstellung jeweils extern kuratieren. Mit dem bis in die Zwanzigerjahre zurückreichenden und frühe Gemälde von Niklaus Stöcklin einschliessenden Fundus hat sich nun das nomadische Kuratorinnenkollektiv deuxpiece auseinandergesetzt, und die Kunsthalle Basel stellt für die Präsentation während zweier Wochen die gesamten Erdgeschoss­räume zur Verfügung. Gezeigt werden die Sammlungsankäufe des Geschäftsjahrs von Bettina Grossenbacher und Emanuel Rossetti in einem räumlichen Zusammenhang mit Werken derjenigen Kunstschaffenden, denen ein Werkbeitrag zugesprochen wurde. Damit werden zwei Bereiche des Kunstkredits vorgestellt, zudem spricht mit einer Auswahl historischer Werke eine dritte Stimme, diejenige aus den Depots, mit. Es kennzeichnet deuxpiece, sich mit Positionen und Arbeitsweisen tiefenscharf und welt­empfänglich zugleich auseinanderzusetzen und gemeinsam mit Künstler/innen couragiert stimmige Vermittlungsformate zu entwickeln, zu denen auch Editionen gehören. So wird das Saalblatt als Edition erscheinen: Alle aktuell geförderten Künstler/innen werden eine Seite gestalten. Und noch mehr: Sie haben wie Max Leiss und Maria Magdalena Z'Graggen begonnen, neue Arbeiten zu machen. Das grossformatige, dreizehnfigurige Leinwandgemälde von Gustav Stettler zum Thema Zeugenschaft aus den frühen Vierzigerjahren hat Ariane Koch und Sarina Scheidegger angeregt, während der dreizehntägigen Ausstellungslaufzeit eine Performance zu entwickeln, die das originär politische Phänomen aufgreift, einen Sachverhalt «vor dem Gesetz» zu verhandeln und dabei Rollenzuweisung und Rollenverständnis zu pointieren. Zwei Arbeiten von Céline Manz fokussieren auf Intellectual Property Rights/IPR. Im Stadtkino werden parallel zur Ausstellung Film- und Videoarbeiten aus der Sammlung gezeigt. deuxpiece präsentiert in der diesjährigen Version der Jahresausstellung den Kunstkredit Basel-Stadt als Force discrète.

Bis: 02.10.2016



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Ausgabe 10  2016
Ausstellungen Kunstkredit Basel-Stadt 2016 [18.09.16-02.10.16]
Institutionen Kunsthalle Basel [Basel/Schweiz]
Autor/in Stefanie Manthey
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