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10.2016




Brugg : Myrien Barth, Tatjana Erpen


von: Feli Schindler

  
Myrien Barth · Fragen und Fische, 2016, 1-Kanal-Video


Was macht Glück aus? Ein Reh auf Pflastersteinen? Tanzende Kirschblüten vor einem Blasebalg? «Nicht über den Tag nachdenken müssen ist sehr befreiend», sagt am Ende des zwölfminütigen Videos eine Stimme aus dem Off. Ende der Durchsage. Der Loop beginnt wieder von vorne. Die 27-jährige Künstlerin Myrien Barth geht im Zimmermannhaus mit einem verdichteten Bildertagebuch aus Japan der Frage des Glücks nach. Goldfische, die in schmutzigem Wasser auf engstem Raum nach Essbarem schnappen, zeigen zwar, wie im Aquarium Dichtestress herrscht. Es purzeln aber auch anmutige Quallen im Zeitraffer über die Leinwand. Und eine Mutter mit Angelrute schaut im richtigen Augenblick nach ihrem Kind, das von einem Steg ins Wasser zu stürzen droht. «Glück ist, wenn es okay ist», sagt die Stimme. So einfach ist das - und so wunderbar wahr.
Tatjana Erpens Welt setzt im Erdgeschoss mit Siebdrucken dunklere Akzente. Maske oder Totenkopf? fragt man sich angesichts der acht ‹Robbenfelle› und denkt an das Abschlachten von jungen Tieren. Dass die Serie mit ‹Self-shadow concealment› zu tun hat, also der Tarnung mittels Schattierungen auf dem Fell, und gar als Arbeitsmethode der Künstlerin zu verstehen ist, liest man auf dem Saalblatt. Überlebensstrategien, die auf dem Präparationstisch landen? Düstere Aussichten.

Bis: 25.09.2016



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Ausgabe 10  2016
Ausstellungen Myrien Barth, Tatjana Erpen [13.08.16-25.09.16]
Institutionen Zimmermannhaus [Brugg/Schweiz]
Autor/in Feli Schindler
Künstler/in Myrien Barth
Künstler/in Tatjana Erpen
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