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10.2016




Karlsruhe : Milan Grygar


von: Yvonne Ziegler

  
Milan Grygar · Performance auf dem OFF-OFF Festival in Gent, 1986. Foto: ZKM


Die Entstehung von Kunst weist nicht nur eine visuelle, sondern auch eine auditive Komponente auf. Das Modellieren einer Form mit den Händen, die Linienführung mit Grafit oder die Aufnahme eines Fotos machen Geräusche. Basierend auf dieser Erfahrung malte der tschechische Künstler Milan Grygar (*1926, Zvolen) 1963 sein vorerst letztes Bild und begann den Klang des Kunstschaffens auf Papier systematisch zu erkunden. In einer feinen Ausstellung im ZKM sind seine ersten Zeichnungen zu sehen: waagerecht geführte Kohlestriche oder dem Schreibfluss folgende Wellenlinien in Tinte. Ab 1965 nahm er den Ton seiner ‹Akustischen Zeichnungen› auf. Man hört das Kratzen einer Schilfrohrfeder, den dumpfen Ton einer als Stempel benutzten Dose sowie das Lärmen von Maschinen, die Flecken und Striche hinterlassen haben. Kurze Zeit später begann Grygar vor Publikum zu zeichnen: hinter einem Bogen Papier sitzend, diesen durchstechend und mit schwarzen Fingerabdrücken «blind» überziehend oder mit lauten Schritten gehend. Oder er lässt den kontrollierten Zufall spielen und setzt aufziehbare Spielfiguren und Brummkreisel als Pinsel ein. Ausserdem schuf er Notationen von Musikstücken, die frei interpretiert werden können. Davon sind einige in der von Noemi Smolik kuratierten Schau zu hören, so auch eine Partitur für Computer.

Bis: 31.10.2016



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Ausgabe 10  2016
Ausstellungen Milan Grygar [23.07.16-30.10.16]
Institutionen ZKM | Zentrum für Kunst und Medien [Karlsruhe/Deutschland]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Milan Grygar
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