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12.2016




Meran : Frida Parmeggiani


von: Sabine Arlitt

  
Frida Parmeggiani · Kostümabstraktion n.6, 2016. Foto: Franck Evin


Frida Parmeggiani ist eine Ausnahmeerscheinung in der Kostümbildnerei. Legendär sind ihre für Robert Wilson entstandenen Schöpfungen. 2007 verabschiedete sich die weltweit gefeierte Kostümbildnerin vom Theater. Sie kehrte in ihre Geburtsstadt Meran zurück, wo ihr zu ihrem 70. Geburtstag eine atmosphärisch dichte Ausstellung ermöglicht wurde. Doch - legendär eigenwillig - erklärte sie dazu im Vorfeld: «Ich will keine Retro. Ich schau nicht zurück.» So sind keine für Theater- und Operninszenierungen entstandenen Kostüme ausgestellt. Stattdessen hat Parmeggiani neue Arbeiten kreiert, befreit von jeglichen von aussen an sie herangetragenen Nutzungsansprüchen. Neun Kostümabstraktionen, bestehend aus dreizehn Einzelfiguren, verteilen sich szenisch in den subtil ausgeleuchteten Räumlichkeiten. Von «Kleidergeschöpfen» spricht die Schriftstellerin Elfriede Jelinek im Katalog, der zudem das den Entstehungsprozesses der Ausstellung begleitende Studienprojekt «Annäherungen an Frida» dokumentiert. Kompromisslos hat Parmeggiani edelste Stoffe minimalistisch verarbeitet. Die wie aus sich selbst heraus entstandenen Formationen wirken wie ein Selbstporträt. Sie sind stoffgewordene Haltung und skulptural vermittelte Gedankenwelt: das Dasein in Hüllen gefasst, empfindbar gemacht als Form-Raum-Beziehung.

Bis: 08.01.2017


SCHLEBRÜGGE.EDITOR, Wien 2016



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Ausgabe 12  2016
Ausstellungen Frida Parmeggiani [17.09.16-08.01.17]
Institutionen Merano Arte [Merano/Italien]
Autor/in Sabine Arlitt
Künstler/in Frida Parmeggiani
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