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12.2016




Paris : Yann Gross


von: J. Emil Sennewald

  
Yann Gross · Hut aus Schildkrötenpanzer, 2016, Bolivar, Peru


Am 5. Juni 1799 nahm Alexander von Humboldt das Schiff nach «Westindien». Seine Berichte und Bilder prägen den europäischen Blick auf den amerikanischen Dschungel bis heute. Yann Gross weiss das. Auf Reisen sucht er «nicht den edlen Wilden, keine ursprüngliche Natur, sondern das, was aus all dem heute geworden ist». So hat der 2007 an der ECAL diplomierte Künstler die erste Halfpipe in Uganda entdeckt, sich auf die Spuren des Pionier-Amerikas begeben oder mit der indigenen Rap-Band BrôMC einen zweimonatigen Workshop abgehalten. «Kultur ist nicht fixiert, Mythen wachsen, verändern sich, nehmen ihre Gegenwart und deren Menschen auf», sagt er. Seine Beobachtungen bringt Gross im CCSP mit auf Zuckerrohrpapier belichteten Fotos und auf die Wand geschriebenen Zitaten ein. Waren einst die Wilden exotisch, sind es jetzt ihre skurrilen Nachfahren in ihrer arglosen Vermischung von Moderne und Tradition. Dagegen grenzt sich der 35-Jährige aus Vevey ab: «Ich will den Exotismus aufspüren, den die Menschen vor Ort selbst reproduzieren und verwandeln.» Nimmt man sich wie er die Zeit, den Menschen näherzukommen, wird erkennbar, was Ottmar Ette 2009 für Humboldt formulierte: «Eigenes und Fremdes sind nicht klar voneinander geschieden: Alles ist vielmemit allem verbunden.»

Bis: 04.12.2016



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Ausgabe 12  2016
Ausstellungen Yann Gross [04.11.16-04.12.16]
Institutionen Centre Culturel Suisse [Paris/Frankreich]
Autor/in J. Emil Sennewald
Künstler/in Yann Gross
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