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12.2016




Zürich : Cora Piantoni


von: Irene Müller

  
Cora Piantoni · Die Interferenzen von Terzo Radio GAP, 2016, Video, Farbe, Ton, 15'14''


Ortsspezifische Geschichte(n) und Möglichkeiten einer zeitgenössischen Reaktivierung sind zentrale Aspekte im Werk von Cora Piantoni (*1975). So war das Atelierstipendium in Genua Anlass, der in den späten Sechzigerjahren dort gegründeten Gruppe 22 Ottobre oder Terzo Radio GAP nachzugehen, welche die damals aktuellen Kommunikationstechnolo­gien von Fernsehen und Radio auf propagandistisch-infiltrierende Weise nutzten. In dem Film verschränkt Piantoni dokumentarische Strategien mit aktuellen Bezugnahmen, die Protagonisten der Bewegung kommen in Interviews zu Wort, wie auch Schauplätzen von Lebensalltag und Aktionen nachgefahren wird. Mit ‹Politik in der Höhe›, 2013, und ‹Wir waren das Kino›, 2010 ff., sind zwei weitere Arbeiten zu sehen, die Momente des politischen Umbruchs mit filmischen Mitteln nachzeichnen. Piantoni rückt diese Ereignisse aus der Perspektive der arbeitenden Bevölkerung ins Bild; sie entwickelt eine Art alternativer Geschichtsschreibung, die nicht nur spezifische Arbeitssituationen und Praktiken des Widerstands, sondern auch die individuellen Auswirkungen der Verschiebung von Machtverhältnissen aufzeigt. Im Anschluss an die diesjährige Manifesta ein wohltuend reflektierter und unaufgeregter Umgang mit dem Thema der Arbeit, ihren (gesellschafts-)politischen Orten und Bedeutungen.

Bis: 31.12.2016



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Ausgabe 12  2016
Ausstellungen Monika Kapfer, Cora Piantoni [07.04.16-01.05.16]
Institutionen Kunstraum München [München/Deutschland]
Autor/in Irene Müller
Künstler/in Monika Kapfer
Künstler/in Cora Piantoni
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