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1/2.2017




Lausanne : August Strindberg


von: Katharina Holderegger Rossier

  
August Strindberg · Glace sur le rivage, 1892, Öl auf Malkarton, 25x34 cm, Privatsammlung


Die ‹Tribune de Lausanne› tat August Strindberg (1849-1912), den Dramaturgen der durch die bürgerliche Fassade brechenden Affekte, 1962 noch als «peintre du dimanche» ab. Nun aber verteidigt ihn der Konservator Camille Lévêque-Claudet im Kunstmuseum gleichenorts erstmals beherzt als begnadeten Künstler, statt ihn wie selbst noch die Schau im Musée Orsay, 2001, vor allem biografisch-psychologisch zu deuten. Strindberg wusste um seine Grenzen. Aber es gelang ihm, anders als in der Wissenschaft, wo seine Arbeit anekdotisch blieb, in der Malerei wie im Theater die Codes zu brechen. Strindberg steht mit seiner Schrift ‹Du hasard dans la production artistique› und seinem bildnerischen Werk am Anfang des heute zunehmend anerkannten, anti-platonischen Ansatzes, der Kunst als Dialog des gesamten Nervensystems mit der Materie versteht. Jede Einordnung Strindbergs versagt darum onto- oder chronologisch. Es gibt nichts anderes, als sich die Augen immer wieder zu reiben und noch einmal zu schauen. Nur so erfährt man die riesige Spannung seiner Strände zwischen den verschiedenen Aggregatszuständen, die er aus Ölfarbe, Gips und Russ auf Malkarton gespachtelt hat. Nur so erahnt man die Geheimnisse der Leute oder der Nächte, die er ohne Linse bzw. ohne Kamera auf das Fotopapier gebannt hat. Per se.

Bis: 22.01.2017


mit Publikation



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Ausgabe 1/2  2017
Ausstellungen August Strindberg [14.10.16-22.01.17]
Institutionen Musée Cantonal des Beaux-Arts Lausanne [Lausanne/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in August Strindberg
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