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Hinweis
1/2.2017




Olten : Ferdinand Gehr


von: Iris Kretzschmar

  
Ferdinand Gehr · Kirche Bruderklaus, Oberwil bei Zug, 1957/1960


Das Kunstmuseum geht der sakralen und der profanen Kunst von Ferdinand Gehr (*1896-1996) nach. Im Zusammenhang mit dem Aufschwung des Kirchenbaus in den Dreissigerjahren erhielt der Künstler zahlreiche Aufträge von namhaften Architekten im In- und Ausland. Hermann Baur, Ernst Gisel, Johannes Scheier schätzten seinen sensiblen Umgang mit dem Raum und die innovativen Bild­findungen. Die Bauherren zogen den Künstler meist von Anfang an in ihre Konzepte mit ein. Gehr erfand neue, zeitlose Codes für eine Bildtradition, die an die Romanik anknüpft und installativen Charakter hat. Mit seiner Abkehr vom Pathos und schlichten, ausdrucksstarken Darstellungen von christlichen Szenen hat sich Gehr einen Platz in der Kunstgeschichte gesichert. Nicht reibungslos lief der Diskurs ab - seine Malerei polarisierte stark. Was den einen zu ungelenk erschien, war anderen zu wenig religiös. In Wettingen musste bspw. ein ganzes Wandbild übermalt werden, in Oberwil bei Zug wurde ein Werk für fünf Jahre verhüllt. Neben Bildern, Studienblättern und Fotos zu den realisierten Projekten dokumentiert die Schau mit Briefen und Zeitungsartikeln auch die Auseinandersetzungen um die unrealisierten. Dies macht Lust, das Zusammenspiel von Bild und Bau direkt vor Ort zu erleben.

Bis: 26.02.2017



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Ausgabe 1/2  2017
Ausstellungen Ferdinand Gehr [27.11.16-26.02.17]
Institutionen Kunstmuseum Olten [Olten/Schweiz]
Autor/in Iris Kretzschmar
Künstler/in Ferdinand Gehr
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