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Editorial
3.2017




Editorial - documenta 14 in Athen und Kunstklima in London


  


In wenigen Wochen startet die documenta 14, die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Seit ihrer Erstaus­gabe 1955, sechs Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, erwies sie sich immer neu als verlässlicher Seismograf für kulturpolitische Bewegungen und Erschütterungen. Der diesjährige künstlerische Leiter Adam Szymczyk und sein Team stellten bereits im Vorfeld entscheidende Weichen. So indem sie die documenta 14 auf zwei Städte aufteilten. Sie wird nun zunächst in Athen und anschliessend in Kassel ihre Tore öffnen. Zudem wird sie - gemäss dem vorausschauenden Bericht unserer griechischen Autorin Mikela Chartoulari - einen geschärften Fokus auf die Zeitgeschichte und das aktuelle politische Geschehen richten. Eine Ausstellung im klassischen Sinne ist nicht zu erwarten. Stattdessen bietet die documenta 14 beispielsweise Stadtführungen mit einem Mitglied des «Chors» an, der analog zum Chor im antiken Theater als Mittler zwischen Schauspieler und Publikum auftritt. Wir sind eingeladen, in einen mehrstimmigen Diskurs einzusteigen und einer kulturellen Identität, die auf Abschottung, Heimatliebe und Hegemonie setzt, Offenheit entgegenzustellen.
Einen Blick über die eigenen nationalen Grenzen hinweg werfen wir auch mit der neuen Rubrik ‹Kunstklima›. Zunehmend ­leben Künstlerinnen und Künstler nicht nur in einer, sondern in zwei Städten, beispielsweise in Zürich und Warschau oder Basel und Rotterdam. Wir wollten wissen, wie es denn andernorts so ist, wie man dort lebt als Künstlerin, ob man zahlbare Arbeitsräume findet, ob die urbane Grösse spürbar ist, ob Freundschaften wichtig sind. Die Antworten fallen selbstverständlich subjektiv aus, zugleich lässt sich der spezifische Rhythmus, die Atmosphäre, die Temperatur der jeweiligen Stadt erspüren. Im aktuellen Heft stellt ­Monica Ursina Jäger London vor. Claudia Jolles und Brita Polzer



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Ausgabe 3  2017
Autor/in Claudia Jolles
Autor/in Brita Polzer
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