Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
3.2017




Berlin : Yves Netzhammer


von: Miriam Wiesel

  
Yves Netzhammer · Concave Thoughts, 2017, visueller Parcours mit Büchern und Animationen, Espace Diaphanes, Berlin


Wie geschaffen für die reduktionistische Architektur des Espace Diaphanes, installiert Yves Netzhammer seine Landschaft aus Kartons: locker übereinandergeschichtet, offen, mit zahlreichen Ein- und Durchblicken. Dorthinein projiziert er mit etwa 15 kleinen Projektoren seine computeranimierten Kurzgeschichten. Die Ausstellung, die sich wie das gleichnamige, bei Diaphanes erschienene Buch ‹Concave Thoughts› nennt, kreiert eine ganz eigene, von Schattenwesen bevölkerte Welt: hermetisch, dystopisch. Die Strenge, mit der Netzhammer seine Arbeit entwickelt, korrespondiert jedoch mit einer Freiheit des Fabulierens, die nur von der Logik der Algorithmen eingehegt wird. Figuren und Formen gehen geschmeidig von einem Zustand in den anderen über - ein Wal, der in seine Knochen zerfällt - oder suggerieren eine im Viralen nicht vorhandene Widerstandskraft - Körper, deren Gliedmassen beim Anheben wie durch ein zähes Band aus Blut an der Bahre, auf der sie liegen, festgehalten werden. Die computeranimierten Junggesellenmaschinen kommen ohne erklärende Worte aus. Und so ist man mit den «glimpses» in einer beklemmend totalisierenden Virtualität alleingelassen und regelrecht erleichtert, wenn einen draussen die Kälte und der Schmutz auf den Kreuzberger Strassen überfällt.

Bis: 03.03.2017



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 3  2017
Ausstellungen Yves Netzhammer [26.01.17-03.03.17]
Institutionen Diaphanes [Berlin/Deutschland]
Autor/in Miriam Wiesel
Künstler/in Yves Netzhammer
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=170217132053NOB-21
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.