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Hinweis
3.2017




Emmenbrücke : Nils Nova


von: Niklaus Oberholzer

  
Nils Nova · Fenster Fenster, Nr. 1, 2017, Ausstellungsansicht akku Kunstplattform. Fotos: Michelle Kohler


Der Raum im ersten Obergeschoss ist langgestreckt und schneeweiss. Drei Säulen stützen die Decke. Beim Betreten sieht man rechts die leicht geschwungene Fensterfront mit 14 Fenstern. Unmittelbar beim Aufgang gibt es ein kleines, quer zum Hauptraum ausgerichtetes Kabinett. Diese ‹Kunstplattform Akku›, in unmittelbarer Nähe zur Hochschule Design & Kunst Luzern und damit am Rand eines neuen Kreativ-Quartiers liegend, steht dem in Luzern lebenden Nils Nova (*1968, El Salvador) für seine von Lena Friedli kuratierte Einzelausstellung zur Verfügung. Zuerst fällt auf: Der Künstler geht - wie auch bei früheren Ausstellungen - auf die räumliche Situation ein und erzielt damit ein neues Erleben des Bekannten: mit Eingriffen, die den Raumcharakter einerseits unterstützen, andererseits aber auch subtil unterwandern. Unterstützen: Die Wand gegenüber der Fensterfront versieht er oben und unten mit zwei langgezogenen schwarzen Keilen, die in der Mitte eine ebenfalls keilförmige weisse Fläche freilassen. Sie wird, bestem Licht ausgesetzt, zum Ort der neuen Malereien Novas und bietet ihnen einen prominenten Rahmen. Unterwandern: In den Raum eingefügt ist eine beinahe raumhohe, fotografische Aufnahme des Raums selber. Der erste Eindruck, es handle sich einfach um eine Raumansicht, täuscht jedoch, denn wir haben eine ­Montage vor uns, die unsere Wahrnehmung nicht bestätigt, sondern in höchst anregender Weise unterwandert und uns fragen lässt, wo genau wir uns nun befinden.
Diese präzisen Eingriffe sind ein Teil von Novas Arbeit. Den anderen Teil machen die mehrheitlich neuen Malereien aus, deren Farben viel leuchtender geworden sind und eine deutlich persönliche Pinselhandschrift zeigen, die oft zu spontan flimmernden, farblich kontrastierenden und vielleicht auch mit der Emotionalität des Künstlers spielenden Linien führt. ‹Fenster› betitelt er fast alle dieser Arbeiten - eine wohl bewusst irritierende Benennung, denn sie bieten keine Ausblicke beispielsweise in eine erkennbare Landschaft, sondern schweben als autonome Malerei-Körper im von den schwarzen Keilen gerahmten, weissen Zwischenfeld der Wand: Statt Ausblicke ermöglichen Novas ‹Fenster› eher Einblicke in eine nicht spezifizierte Innenwelt - auch des Betrachtenden?

Bis: 19.03.2017



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Ausgabe 3  2017
Ausstellungen Nils Nova [21.01.17-19.03.17]
Institutionen akku/Kunstplattform [Emmenbrücke/Schweiz]
Autor/in Niklaus Oberholzer
Künstler/in Nils Nova
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