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3.2017




Genève : Fang Lijun


von: Katharina Holderegger Rossier

  
Fang Lijun · Espaces interdits, Ausstellungs­ansicht Musée Ariana, Genf, 2016


«Ceramics is the new video art», wird einem heute an diversen Orten zugeflüstert. Die neue im Musée Ariana ausgebreitete Werkgruppe des gefeierten, in Peking lebenden Malers und Zeichners Fang Lijun (*1963, Handan) schreibt sich zweifellos in diese globale Entwicklung ein. Zugleich knüpft sie an die jahrtausendealte, prestigeträchtige chinesische Tradition des Mediums an, das dort nach wie vor zur akademischen Grundausbildung gehört. Als Lijun als Gastprofessor in Jingde­zhen, der Wiege des Porzellans, wieder Interesse an gebrannter Erde fasste, war dies deshalb zunächst weniger Aufbruch als Rückkehr. Bald entwickelte der zynisch-realistische Maler und Zeichner eine Experimentierlust sondergleichen. Und wie er uns auf den 2D-Arbeiten sein multipliziertes Antlitz in heftigen Emotionen zeigt, so erzeugt er um einen im Brennprozess verdampfenden Kern Formationen, die zwischen Resistenz und Kollaps changieren. Die Porzellanarbeiten entwickeln zu seinen biserhigen Werken eine produktive Resonanz. Und angesichts des Ausstellungstitels ‹Forbidden Spaces› drängt sich die Frage auf, ob Fang Lijun damit auf eine Subjektivität anspielt, die sich in der autoritären Massengesellschaft Chinas nur gequält artikulieren lässt.

Bis: 02.04.2017



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Ausgabe 3  2017
Ausstellungen Fang Lijun [11.11.16-02.04.17]
Institutionen Musée Ariana [Genève/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Fang Lijun
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