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3.2017




Lugano : Chloé Delarue


von: Barbara Fässler

  
Chloé Delarue · TAFAA - Vodoo Valley, 2016, Auszug aus TAFAA, édition Piano Nobile, 2016


Die im Künstlerraum ­Sonnenstube zu sehenden «Sequenzen» der Künstlerin Chloé Delarue (*1986) lassen Erinnerungen an Bilder aus Natur, Wissenschaft oder Gegenwartskunst aufscheinen. Blutgefässsysteme oder Wabenmuster, hängende Häute oder Computerbestandteile schaffen ein organisch-technoid artikuliertes Rhizom, das in scheinbar unvorhersehbaren Richtungen durch den Raum wächst. Die manchmal chaotischen, manchmal minimalen Gefüge wecken Assoziationen zu kulturellen «Chromosomen»: die wabenartigen Harzmodule von Eva Hesse, das energieisolierende Fett von Joseph Beuys, die organischen Objektanordnungen von Louise Bourgeois oder die ästhetisierenden Metallgeflechte von Tatjana Trouvé. Aber wie geht Delarue mit ihren Vorbildern um? Zitiert, kopiert oder transformiert sie diese? Darauf angesprochen, meint die in Genf lebende Französin, sie vereinnahme die Strukturen und kreiere daraus ihr eigenes Universum, das eine ambivalente Sensation von «dèjà-vu» auslöse. Vielleicht hilft der Titel weiter: ‹TAFAA - Toward a Fully Automated Appearance›. Sehen wir also eine «vollautomatische Erscheinung» perfekter Kopien, wie die von der Künstlerin oft erwähnten Patienten des «Capgras-Syndroms», die hohle Klone an Stelle der «echten» Menschen zu sehen wähnen?

Bis: 09.04.2017



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Ausgabe 3  2017
Institutionen Sonnenstube [Lugano/Schweiz]
Autor/in Barbara Fässler
Künstler/in Chloé Delarue
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