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Hinweis
4.2017




Bern : Adela Picón


von: Alice Henkes

  
Adela Picon · Work World, Alaa und Jean - Coiffeure, 2017, Video ©ProLitteris


Der Song ‹Let's call the whole thing off› von George und Ira Gershwin brachte in den Vierzigerjahren die feinen, aber oft entscheidenden Unterschiede zwischen verschiedenen Gesellschaftsklassen spielerisch zur Sprache. Textzeilen wie «You like to-may-toes and I like to-mah-toes» zitieren die Soziolekte von Oberschicht und Arbeiterklasse. Die Aussprache mag unterschiedlich sein, doch sie sprechen über das Gleiche - Tomaten bswp. Ähnlich anschaulich geht die Berner Künstlerin Adela Picón (*1958, ­Melilla) vor, wenn sie das Verbindende zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kulturen zeigt, indem sie Flüchtlinge und Einheimische in Zweierteams zusammenbringt und diese Duos dann über ihren Beruf sprechen lässt. Der oder die Sprechende hält jeweils ein Objekt oder Gerät in Händen, das mit der Erwerbsarbeit verbunden ist. Dieser Beruf ist denn auch das, was die Gesprächspartner, die jeweils in ihrer Muttersprache sprechen (mit Untertiteln verständlich gemacht), tatsächlich miteinander verbindet. Denn der Austausch unter Coiffeuren und Schneiderinnen, wie Picón ihn darstellt, zeigt keinen realen Dialog, sondern einen raffinierten Zusammenschnitt separat eingespielter Monologe. In kleinen Momenten gibt die Videoserie ‹Work World› sich auch als Inszenierung zu erkennen.

Bis: 31.03.2017



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Ausgabe 4  2017
Ausstellungen Adela Picón [28.02.17-31.03.17]
Institutionen Béatrice Brunner [Bern/Schweiz]
Autor/in Alice Henkes
Künstler/in Adela Picón
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