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4.2017




Romainmôtier, Lausanne : Caroline Bachmann, Stefan Banz


von: Katharina Holderegger Rossier

  
links: Caroline Bachmann · Peinture; Stefan Banz · ­Installation, Ausstellungsansicht, Espace dAM, Romainmôtier, 2017
rechts: Caroline Bachmann · Vidya Gastaldon, 2015, Öl auf Leinwand, 40x30 cm


Die Malerin Caroline Bachmann (*1963) und der Kunsthistoriker, Kurator und Künstler Stefan Banz (*1961) arbeiten seit 2004 an gemeinsamen Projekten, die sich um den Status des Bildes in der Moderne drehen. Ein Talent für Serendipität bewiesen sie, als sie dabei den Wasserfall, den Marcel Duchamp in seinem letzten Werk ‹Etant donnés› in Szene gesetzt hatte, just oberhalb von Cully entdeckten, dem Heimatdorf Bachmanns am Genfersee, in dem sie sich 2006 niedergelassen hatten. Einem internationalen Symposion an Ort und Stelle 2010 folgten die nach dem Künstler benannten und inzwischen weit ausstrahlenden Gründungen einer Kunsthalle und eines Verlagshauses.
Diese Geschichte ist jetzt in einem von der Journalistin Françoise Jaunin aufgezeichneten Gespräch mit dem Paar nachzulesen, das deren dezente, elegante Schau im Foyer des Centre hospitalier CHUV begleitet, zu der es die Kunstverantwortliche des Spitals, Caroline de Wattewyl, eingeladen hat. Durch zwei Setzungen ruft es in Erinnerung, wie stark künstlerische Auslotung und intellektuelles Abenteuer Hand in Hand gehen. So antworten die dem Farbprisma nach ausgelegten Bücher ihres Verlagshauses einem nach dem gleichen Ordnungsprinzip aufgehängten Block von 54 Fotografien. Die mit ‹What Duchamp Abandoned for the Waterfall› betitelten Aufnahmen hat das Paar während seiner Beschäftigung mit ‹Etant donnés› von der spektakulären Landschaft gegenüber dem Wasserfall geschossen.
Seit 2014 konzentriert sich Bachmann in ihrer Arbeit jedoch wieder ganz auf die Malerei, von deren Kraft sie nicht nur aufgrund ihrer Beschäftigung mit dem Status des Bilds in der Moderne, sondern auch ihrer Lehrtätigkeit an der HEAD in Genf mehr denn je überzeugt ist: «Es gibt kein anderes Medium, das einem erlaubt, mit so wenig Material so viel Erleben zu transportieren.» Trotz des oft diskutierten «Abschwungs» der Malerei komme dieser eine hohe Aktualität zu.
Im Espace dAM in Romainmôtier, in den das Paar gleichzeitig wie in das Foyer des CHUV gerufen worden ist, hat sich Banz deshalb auf die Rolle des Kurators zurückgezogen. ‹What Duchamp Abandoned for the Waterfall›-Landschaften, die Bachmann inspiriert von einem Vorläufer von Marcel Duchamp gemalt hat, nämlich von Louis M. Eilshemius, hat er einer berückenden Serie intensiver Porträts gegenübergehängt, die Bachmann von zehn Malerinnen aus ihrem Freundeskreis vor einem ihrer Werke geschaffen hat.

Bis: 06.04.2017



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Ausgabe 4  2017
Ausstellungen Caroline Bachmann, Stefan Banz [22.01.17-26.03.17]
Ausstellungen Caroline Bachmann, Stefan Banz [12.01.17-06.04.17]
Institutionen Espace de Andrés-Missirlian [Romainmôtier/Schweiz]
Institutionen CHUV Centre Hospitalier Universitaire Vaudois [Lausanne/Schweiz]
Autor/in Katharina Holderegger Rossier
Künstler/in Caroline Bachmann
Künstler/in Stefan Banz
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