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Hinweis
5.2017




Essen : Maria Lassnig


von: Katja Behrens

  
Maria Lassnig · Wien 1983. Foto: Kurt-Michael Westermann


Peinlichkeiten sah sie als eine Herausforderung, sie wollte Dinge malen, die ungemütlich sind, unkomfortabel. Sie wollte sehen, wie weit sie mit ihrer Kunst gehen konnte, Verletzlichkeit, Machtlosigkeit, Angst können schliesslich überwunden werden, oder ausgehalten. Die Malerin Maria Lassnig (1919-2014) wurde erst spät entdeckt, die männlichen Kollegen dominierten in der Nachkriegszeit mit ihrem lauten Gebrüll die österreichische Kunstwelt. Lassnigs «Körpergefühlsbilder», mit denen sie schon in den späten Vierzigerjahren begonnen hatte und die immer auch parallel zu ihren minimalistischen Experimenten entstanden, wurden schnell in der Schublade Frauenkunst abgelegt. Inzwischen wird Lassnig als eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts gefeiert (manche sehen in ihr gar eine europäischen Louise Bourgeois). Im Mittelpunkt ihrer Kompositionen steht zumeist ihr eigener Körper, fragil, dem Altern preisgegeben und ungerührt dabei beobachtet. Mit einer seltsam stillen Wucht bearbeitet sie ihre Motive und Leinwände, die von Sexualität und Verwandlung, vom Verbergen und Zeigen erzählen. Peinlich sind diese Bilder nicht, schonungslos sind sie - und manchmal sind sie auch ganz hübsch, ziemlich farbig, unerwartet freundlich und dann doch recht harmlos. Warum noch gleich haben Martin Kippenberger oder Paul McCarthy sich von ihr inspirieren lassen?

Bis: 21.05.2017



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Ausgabe 5  2017
Ausstellungen Maria Lassnig [10.03.17-21.05.17]
Institutionen Museum Folkwang [Essen/Deutschland]
Autor/in Katja Behrens
Künstler/in Maria Lassnig
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