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Hinweis
6.2017




Basel : unReal


von: Yvonne Ziegler

  
Ralph Baecker · Mirage, 2014


Was ist angesichts unserer von algorithmischen Systemen durchwirkten Welt noch real, und ist die Unterscheidung von wirklich und künstlich überhaupt noch nötig? Die Ausstellung ‹unReal. Die algorithmische Gegenwart› öffnet den Blick für die sinnlich-haptische Qualität und quasi-lebendig erscheinende Form von technischen Kunstwerken. CodAct hat einen geschlossenen Gummischlauch entwickelt, in dessen Innerem sich mehrere Lautsprecher befinden, die per Zufallsprinzip ertönen und damit das Kunstwerk in Bewegung versetzen: ein Ringen um stimmliche Äusserung. Kerstin Ergenzinger lässt kleine programmierte Thermodrucker, die man von Kassenzetteln kennt, wie «Tiere» an im Raum hängenden Papierbahnen «laufen» und im Verlauf der Schau eine Zeichnung anfertigen. Und wenn man einen Raum von Carsten Nicolai betritt, dann suggeriert der Klang im Inneren, dass man sich in einer anderen ­Dimension bewegt. Ist nun der tatsächliche Raum oder der gehörte Klang real? Beides. Auch bei Xu Wenkai durchkreuzen sich Ebenen, wenn ein Stück künstlicher Erde über einem Sockel schwebt, während virtuelle Bilder reale Objekte zeigen. Und schliesslich lässt Ralph Baecker seismografische Aufnahmen aus dem Erd­innern von einer Art analogem Computer aus Kupferdrähten, Glas, Spiegel und Laserstrahlen an die Wand projizieren. Analog, digital, virtuell und real ist für das Erleben gleichermassen spannend. Und sogar poetisch.

Bis: 20.08.2017



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Ausgabe 6  2017
Ausstellungen unREAL. Die algorithmische Gegenwart [08.06.17-20.08.17]
Institutionen HeK Haus der elektronischen Künste Basel [Basel/Münchenstein/Schweiz]
Autor/in Yvonne Ziegler
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