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6.2017




Basel : Lenz Klotz


von: Simon Baur

  
links: Lenz Klotz · Neuland, 1956, Öl auf Leinwand, 170x180 cm
rechts: Lenz Klotz · Der rote Faden, 2004, Gesso, Öl auf ungrundierter Leinwand, 160x200 cm


Er war der wichtigste Vertreter der informellen Malerei in der Schweiz, hat jahrzehntelang angehende Lehrer/innen und Kunstschaffende an der Basler Gewerbeschule ausgebildet und seine Bilder sind in zahlreichen Schweizer Museen zu sehen. Nun ist Lenz Klotz am 19. April, in seinem 92. Lebensjahr, in Basel gestorben. 1925 im bündnerischen ­Masans geboren, zog es ihn 1945 nach Basel, wo er sich an der Gewerbeschule zum Zeichenlehrer ausbilden wollte. Von seinen Lehrern Walter Bodmer, Theo Eble und Georg Schmidt, seit 1939 Direktor des Kunstmuseums Basel und einer der wichtigen Förderer moderner Kunst und Architektur, erhielt er wichtige Impulse, die ihn nicht nur als Persönlichkeit, sondern auch die Entwicklung seines künstlerischen Werks prägten. Schmidt war es auch, der ihm die Ordnung des künstlerischen Nachlasses von Ernst Ludwig Kirchner vermittelte, danach arbeitete er unter Alfred Bühler im Völkerkundemuseum, bis er 1951 eine Stelle als Lehrer an der Gewerbeschule erhielt. Schon seine Beschäftigung mit dem Surrealismus machte deutlich, dass sich Lenz Klotz deutlich von der Wald-, Feld- und Wiesenmalerei seiner Generation absetzen wollte. 1956 malte er ein erstes neues Bild, das wie eine Zäsur wirkt und den programmatischen Titel ‹Neuland› trägt. Über roten und blauen Farbflächen liegt ein filigranes Netz von Linien, ein Werk, das rein technisch an das «All-over» in Jackson Pollocks Bildern erinnert. Lenz Klotz: «Es ging darum, die Linie zu befreien, so dass sie nicht mehr etwas Bestimmtes bedeutet, einen Topf umreisst, eine Tanne oder irgendetwas darstellt, sondern dass die Linie ihr freies Eigenleben führt und auf nichts anderes verweist als auf sich selber. (...) Es war für mich das Naheliegende. Es war natürlich ein Wagnis.» Ob Informelle Malerei oder Pop-Art, Lenz Klotz hat viele Impulse aufgegriffen und ihnen mit einem starken Eigenen geantwortet, das im internationalen Kontext durchaus bestehen kann. 2004 malte er ‹Der rote Faden›, der wie ein Schlussstrich wirkt. Ein Augenleiden und die Erkenntnis, alles gesagt zu haben, hinderten ihn am Weitermalen. Seinen Humor behielt er bis zum Schluss, dazu passten auch die launigen Bildtitel, damit hat er seinen Bildern eine Metaebene verliehen.
Aus aktuellem Anlass widmet die Galerie Carzaniga, Basel, Lenz Klotz einen Raum in ihrer aktuellen Ausstellung mit dem Titel ‹Informelle Malerei›.

Bis: 17.06.2017



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Ausgabe 6  2017
Ausstellungen Informelle Malerei und Paul Sutter [06.05.17-17.06.17]
Institutionen Galerie Carzaniga [Basel/Schweiz]
Autor/in Simon Baur
Künstler/in Lenz Klotz
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