Links zum Text und die Möglichkeit, diese Seite weiterzusenden, finden Sie am Ende dieser Seite


Hinweis
6.2017




Basel/Riehen : Kilian Rüthemann


von: Iris Kretzschmar

  
links: Kilian Rüthemann · Cold Roll, 2015, Stahlblech, 250x40 cm, Atelieransicht
rechts: Kilian Rüthemann · Ohne Titel, 2016, Holz, Stahlblech, 316x250x800 cm, Galerie Untilthen, Paris


Seit 1983 wird jährlich der Förderpreis der Alexander Clavel Stiftung in der historischen Villa des Wenkenhofs in Riehen (Basel) verliehen. Dieses Jahr wird der in Basel tätige Künstler Kilian Rüthemann (*1979) geehrt. Der gelernte Steinbildhauer studierte an der HGK in Basel Bildende Kunst und Medienkunst. Seit der ersten institutionellen Ausstellung 2005 im Kunsthaus Baselland hat er sich mit zahlreichen Preisen und Ausstellungen im In- und Ausland einen Namen geschaffen.
Das Kunstmuseum Basel hat letztes Jahr seine Arbeit ‹Aussenportal›, 2007, angekauft und zeigt sie momentan im Erdgeschoss: Es sieht aus, als wäre die Mauer im Museum beschädigt worden. Ein grösseres, keilförmiges Stück Wand fällt aus der Vertikalen schräg heraus. Derart verblüffend haptische Wirkungen zeichnet viele seiner Werke aus. Meist bestehen sie aus einfachen Materialien, die er in Dialog mit der räumlichen Beschaffenheit des Ausstellungsortes setzt. Mit oft minimalen, meist hintersinnigen Interventionen greift er vor Ort ein und hinterfragt unsere Wahrnehmung. Anknüpfend an den Postminimalismus arbeitet er mit den spezifischen Materialeigenschaften von Beton, Teer, Salz und Metall und erforscht deren optisches Wesen und die physikalischen Grenzen. Dabei überführt es das Material oftmals in einen Zustand, in dem es selbst agiert und so eine eigene Form hervorbringt. «Ich habe immer irgendwelche Einschränkungen - sei es der Raum, sei es das Material. Ich habe immer nur das Material benützt und damit gemacht, was das Material kann, und nicht mehr», so der Künstler.
In den Räumen in Riehen installiert er drei Werkgruppen u.a. aus gerolltem Stahlblech. Die von Hand gerollten Bleche führen ein Zwiegespräch mit dem barocken Ambiente von Teppichen, Säulen und Möbeln. Eine weitere Arbeit besteht aus einem in millimeterdünne Schichten geschälten Baum. Der Musterrapport des Naturmaterials wirkt wie eine Tapete und nimmt Bezug zur Ausstattung der historischen Räume auf. Man darf gespannt sein!

Bis: 02.06.2017



Links

Anfang Zurück zum Anfang
Ausgabe 6  2017
Ausstellungen Kilian Rüthemann [03.06.17-11.06.17]
Institutionen Villa Wenkenhof [Basel/Riehen/Schweiz]
Autor/in Iris Kretzschmar
Künstler/in Kilian Rüthemann
Weitersenden http://www.kunstbulletin.ch/router.cfm?a=170526130320HAW-23
Geben Sie diesen Link an, falls Sie diesen Eintrag weitersenden möchten.