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Hinweis
10.2017




Schaffhausen : José Vazquez / Monika Strasser


von: Lucia Angela Cavegn

  
links: José Vazquez · tr4nsitor1a, 2017, Videostill
rechts: Monika Strasser · Congratulation, 2017, Blumen aus Hasenohren, Rinderhaut und Bienenwachs in IKEA-Vase


Die Kunsthalle Vebikus präsentiert parallel zwei Einzelausstellungen, die bei unterschiedlichen Titeln viel Gemeinsames aufweisen. So umkreisen beide Werkgruppen, wenn auch in technischer Hinsicht komplett anders geartet, die Themen Sein und Schein und die Vergänglichkeit des irdischen Daseins.
Monika Strasser (*1976) war bis 2010 hauptsächlich als Schmuckgestalterin und Desi­gnerin erfolgreich tätig und ihr Schaffen fand u.a. ins Schweizerische Nationalmuseum Eingang. 2012 machte sie den Master of Fine Arts in Stockholm und arbeitet seither als freie Künstlerin. Sie befasst sich mit der Doppel­bödigkeit von Dingen, die nebst der manifesten ersten auch eine latente zweite, mitunter abgründige Ebene besitzen. Strasser kombiniert organisches und anorganisches Material. So verwendet sie einerseits Äste, tierische Häute, menschliche Haare etc., andererseits diverse Metalle, Plastik und Zement, was ihren Werken eine eigentümliche Spannung verleiht. Oft erkennt das Publikum erst auf den zweiten Blick, dass ihre Objekte und Installationen mit menschlichen oder tierischen Relikten «aufgeladen» wurden wie bspw. beim scheinbar harmlosen Werk «Congratulation». Die Blüten des sonderbaren Bouquets bestehen aus konservierten Hasenohren.
Als gelernter Informatiker bildete sich José Vazquez (*1978) nach einigen Jahren Berufstätigkeit 2008 an der Gnomon School auf Visual Effects in Hollywood künstlerisch weiter. Von 2011 bis 2014 absolvierte er zudem einen Lehrgang der buddhistischen Philosophie und Psychologie beim tibetischen Mönch Lharampa Tenzin Kalden in Zürich. Seine digitalen Arbeiten setzen sich zum einen mit der fortschreitenden Digitalisierung sowie der zunehmend raffinierteren Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine auseinander; zum anderen sind sie Ausdruck einer tiefen Faszination für das Leben an sich und die Frage, ob dieses mit dem Tod endet oder nicht. Vazquez verbindet in seinen Computer- und Videoarbeiten IT-Wissen und mit mystischen Traditionen. Dabei widmet er sich der Schönheit, die er sowohl in Binärcodes wie auch in der vergänglichen Welt findet und mit grossem technischem Know-how visualisiert.

Bis: 01.10.2017



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Ausgabe 10  2017
Ausstellungen Monika Strasser, José Vazquez [19.08.17-01.10.17]
Institutionen Vebikus Kunsthalle Schaffhausen [Schaffhausen/Schweiz]
Autor/in Lucia Angela Cavegn
Künstler/in Monika Strasser
Künstler/in José Vazquez
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