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Hinweis
11.2017




Freiburg/B : Judith Kakon


von: Yvonne Ziegler

  
Judith Kakon · o.T., 2017. Foto: Bernhard Strauss


Der diesjährige Kunstpreis Alexander Bürkle wurde zu Recht der jungen Baslerin Judith Kakon (*1988) zugesprochen. Trotz Abschlüssen im Studienbereich Fotografie wartet sie im Freiburger Kunsthaus L6 mit Werken auf, bei denen man eher an Bildhauerei denkt. Mehrere grosse Betonbilder flankieren den Eingangsbereich. Sie sind in Beton ausgeführt, der mit mehr oder weniger Eisenoxid versetzt und auf eine am Boden liegende, Falten werfende Plastikfolie gegossen wurde. Im schweren Abgussmaterial hängen nun die Bodenoberflächen an der Wand und machen die Materialität des Folienuntergrunds fassbar. Filigran nehmen sich dagegen unzählige mundgeblasene, bernsteinfarbene Glasgefässe aus, die von Datteln abgeformt wurden. Die Unikate verkörpern die uralte Idee von Abformung, Behältnis und Transport. Früher sammelte man in solchen nach Früchten geformten Glas­preziosen Tränen. Hier stehen sie für globalisierte Märkte, die mit Datteln und Kunst gleicher­massen handeln. Sehr eindrücklich sind auch eine Lichtarbeit mit feiner LED-Girlande und eine Filmarbeit, in der Aussprache und Bedeutung von Worten in einer wechselseitigen Entsprechung von Stimme, Bild und Leere stehen. Hintergrund der spannenden Arbeiten ist die Frage nach Abbildung und Repräsentation, womit sich der Bogen zur Fotografie spannen lässt.

Bis: 05.11.2017



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Ausgabe 11  2017
Ausstellungen Kunstpreis Alexander Bürkle [16.09.17-05.11.17]
Institutionen Kunsthaus L6 [Freiburg/B/Deutschland]
Autor/in Yvonne Ziegler
Künstler/in Judith Kakon
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