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11.2017




Innsbruck : Christoph Draeger und Heidrun Holzfeind


von: Karlheinz Pichler

  
Christoph Draeger, Heidrun Holzfeind, From ­Without And From Within (The Auroville Project), 2017, Ausstellungsansichten Kunstpavillon. Foto: West.Fotostudio


Im Zuge ihres gemeinsamen Projekts ‹Tsunami Architecture› kamen der Schweizer Künstler Christoph Draeger und die österreichische Kunstschaffende Heidrun Holzfeind mit der südindischen Stadt Auroville in Berührung, die 1968 nach sozialutopischen Grundsätzen konzipiert und gebaut wurde. Draeger und Holzfeind erforschten die Archive dieser sich spiralförmig ausdehnenden Stadt, interviewten die dort lebenden Menschen, sichteten historisches Filmmaterial und fotografierten die experimentell-futuristischen Gebäude der Stadt. Die künstlerischen Ergebnisse dieser bereits drei Jahre dauernden Auseinandersetzung mit dem Science-Fiction-mässig anmutenden, aber ebenso in der Praxis tatsächlich gelebten Projekt Auroville sind unter dem Titel ‹From Without And From Within (The Auroville Project)› gegenwärtig im Kunstpavillon der Tiroler Künstlerschaft in Innsbruck zu sehen.
Begründet wurde Auroville von der französischen Philosophin Mirra Alfassa (1878-1973), welche die spirituelle Partnerin des Philosophen und Yogi Sri Aurobindo war. Alfassa wird noch heute als «The Mother» verehrt. Ihr Konterfei hängt in fast allen Bauten der Stadt. Mit einer altarähnlich aufgebauten Installation mit Bildern der «Mutter» thematisieren Draeger und Holzfeind denn auch die Ambivalenz zwischen dogmatischer Verehrung Alfassas und offener Gesellschaft.
Zentraler Blickfang der Ausstellung im Kunstpavillon ist eine geodätische Kuppel mit einer Substruktur aus Dreiecken, ganz nach dem Vorbild von Richard Buckminster Fuller. Draeger und Holzfeind verweisen mit dieser Kuppel auf den «Tempel der Mutter» (Matrimandi), der als ein für alle zugänglicher Ort der Meditation im Mittelpunkt von Auroville steht und dessen Inneres architektonisch gleichsam an ein Raumschiff erinnert.
Im Inneren dieser «Goldenen Kuppel» präsentieren die beiden Kunstschaffenden die wichtigsten Werke. Die Besucher/innen erhalten hier auch Gelegenheit, sich eingehend mit Büchern, Videos und Dokumentationsmaterial zu beschäftigen und über Ideen und Vorschläge künftiger Gesellschaftsformen zu diskutieren. Draeger und Holzfeind haben zudem Kunststudent/innen und befreundete Kunstschaffende eingeladen, über das Thema Utopie künstlerisch zu reflektieren. Die Ergebnisse werden ebenfalls im Pavillon präsentiert.
Nach Innsbruck wird die Schau in Kopenhagen sowie in der Schweiz und in Frankreich gezeigt werden.

Bis: 11.11.2017



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Ausgabe 11  2017
Ausstellungen Christoph Draeger, Heidrun Holzfeind [08.09.17-11.11.17]
Institutionen Kunstpavillon [Innsbruck/Österreich]
Autor/in Karlheinz Pichler
Künstler/in Christoph Draeger
Künstler/in Heidrun Holzfeind
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