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Besprechung
12.2017


Jana Bruggmann :  Wohin segelt das Kunstschaffen im Kanton Luzern? Während sich im Hintergrund ein finanzpolitisches Gewitter zusammenbraut, zeigen die akku Kunstplattform und das Kunstmuseum Luzern zeitgleich die Werke ehemaliger Absolventen und Absolventinnen der Kunsthochschule Luzern.


Luzern / Emmenbrücke : 140 Jahre Hochschule Luzern Design & Kunst - Fortsetzung folgt


  
Andri Pol · Matrose im Marine Training Center (MTC), Kiribati, 2015, Fotografie, Courtesy of the Artist


Es war ein stürmisch-durchwachsenes Jahr für Kunstschaffende im Kanton Luzern. Zum Erfreulichen zählt der Geburtstag der ältesten Kunsthochschule der Schweiz. Während der letzten 140 Jahre hat die Hochschule Luzern Design & Kunst unzählige Bildhauerinnen, Zeichenlehrer, Illustratorinnen, Textildesigner und bildende Künstlerinnen hervorgebracht. Anlass zu Sorge und Protest bieten hingegen die geplanten Sparmassnahmen. CHF 800'000 werden dieses und nächstes Jahr im Bereich Kultur gestrichen. Das sind rund 40% des gesamten Kulturbudgets - die Folgen dieser rigorosen Sparpolitik sind noch kaum abschätzbar.
Der Ausstellungstitel ‹Fortsetzung folgt› bezieht sich jedoch nicht auf die Frage, wie es in finanzpolitischer Hinsicht mit der Kultur in Luzern weitergeht. Die dreiteilige Ausstellungsreihe, die vom Kunstmuseum Luzern und der akku Kunstplattform ausgerichtet wird, nimmt das Jubiläum der Kunsthochschule als Ausgangspunkt: Was ist aus den Ehemaligen geworden? Welche Themen verfolgen sie? Wer ist national, wer international bekannt? Die beiden Ausstellungsinstitutionen gehen diesen Fragen anhand aktueller Arbeiten von rund zwanzig Künstlerinnen und Künstlern zwischen 30 und 84 Jahren nach. Die noch ausstehende dritte Etappe präsentiert Arbeiten von Anton Egloff, Filib Schürmann und Katharina Anna Wieser im Kunstmuseum, wobei hier Fragen nach Raum und Wort eine zentrale Rolle spielen. Parallel dazu zeigt die akku Kunstplattform Arbeiten von Jonas Etter, Martina Lussi, Peter Roesch und Roman Signer - hier ist es das Prozessuale und Ereignishafte, das die unterschiedlichen Arbeiten verbindet.
Nun: Wie ist es den Ehemaligen zwischenzeitlich ergangen? Während das Rahmenprogramm diesen biografisch-narrativen Fragen noch Rechnung zollt, verschwinden sie in der Ausstellung hinter den Werken. Teilweise hätte man gerne mehr erfahren über die ‹Fortsetzungen›, welche die Ehemaligen nach dem Studium erwarteten, über deren künstlerische Entwicklung, deren Motivationen und Durchbrüche, aber auch über die Hindernisse, die sie zu umschiffen hatten. Andererseits bildet die Ausstellungsreihe das Kunstschaffen der Ehemaligen in seiner ganzen Vielfalt ab, gibt den Werken viel Raum und stellt sie in einen fruchtbaren Dialog: ‹Fortsetzung folgt› gibt der Kunst die Plattform, die sie vor der aktuellen, finanzpolitischen Grosswetterlage dringend benötigt.

Bis: 07.01.2018


‹Fortsetzung folgt – Teil 3. 140 Jahre HSLU D&K›, Kunstmuseum Luzern & akku Kunstplattform



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Ausgabe 12  2017
Ausstellungen Schöner leben - 140 Jahre Kunstgewerbeschule Luzern [06.05.17-03.09.17]
Institutionen Historisches Museum [Luzern/Schweiz]
Autor/in Jana Bruggmann
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