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Hinweis
12.2017




Lugano : Joseph Kosuth


von: Barbara Fässler

  
Joseph Kosuth · Eine vollkommene Elegie, 2017, Neon, Grösse variabel ©ProLitteris


In der jungen luganeser Galerie [dip] contemporary art ist derzeit die erste Tessiner Einzelausstellung des Konzeptkünstlers Joseph Kosuth zu sehen. Unter dem bedeutsamen Titel ‹Notations for Thinking› versammelt der Amerikaner vier Neonarbeiten basierend auf Mind-Maps und Zitaten von Hesse, Freud, Darwin und Mondrian, welche die grundlegende Rolle verbaler und visueller Aspekte des Notierens und Skizzierens für den Denkprozess unterstreichen. Die Entwicklung von Theorien setzt demnach sowohl das sprachliche als auch das ästhetische Vorstellungsvermögen voraus. Die site-spezifische Neoninstallation am Eingang zitiert einen Satzteil aus ‹Das Glasperlenspiel› des Wahltessiners Hermann Hesse, bei dem es um Vergänglichkeit und Schönheit geht. Während die in Neon umgewandelten Konzeptentwürfe von Darwin und Freud nur in ihrer Grundstruktur entzifferbar sind, lesen sich die typografisch nicht ganz sauber in die neoplastizistische Form gequetschten Zitate von Mondrian einwandfrei: «Kunst ist weder dogmatisch noch dekorativ.» «Alles wird durch Beziehungen ausgedrückt.» «Wie ein Spiel muss die Kunst weitergehen.» Skizzenhaft, vergänglich, fragwürdig und ohne Lösung.

Bis: 05.01.2018



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Ausgabe 12  2017
Ausstellungen Joseph Kosuth [14.09.17-05.01.18]
Institutionen dip contemporary art [Lugano/Schweiz]
Autor/in Barbara Fässler
Künstler/in Joseph Kosuth
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