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1/2.2018




Zürich : Mirko Baselgia


von: Deborah Keller

  
Mirko Baselgia · Transmutaziun, 2017. Foto: Stefan Altenburger


Herabgestiegen in die Krypta des Grossmünsters, werden die Sinne zunächst vom modrigen Kellergeruch und von der «alteingesessenen» Statue Karls des Grossen am Eingang dominiert. Die Gesteinsbrocken unter den Gewölben weiter hinten wirken beiläufig, wie Reste einer Restaurierung. Auf den zweiten Blick erst formt sich aus dem Geröll eine Schildkröte, und zwei daneben aufragende Steine werden mit etwas Fantasie zu Kranichen. Der Bündner Mirko Baselgia (*1982) bringt also fernöstliche Kultur in den Kirchenraum, denn die beiden Steintiere stehen im japanischen Zen-Garten für das emotionale bzw. das geistige Potenzial des Menschen. Hier sind sie aus Petuntse-Granit gebildet, dessen Verarbeitung zum Porzellan Baselgia in China einsehen konnte. Inspiriert von dem nahezu alchemistischen Prozess, liess er aus dem «weissen Gold» hauchdünne Scheiben als dezente Fenster für die Krypta anfertigen. Nun fällt milchiges Tageslicht herein und beleuchtet zweierlei ‹Transmutaziun› - so der Titel der Schau: die des rohen Steins zur edlen Handelsware und die der Thebäer Felix und Regula zu Heiligen, deren Marter auf Freskenresten von Hans Leu d.Ä. zu sehen sind. Noch deutlicher macht Baselgia diesen kühn anmutenden, denkwürdigen Vergleich in der Publikation.

Bis: 22.03.2018


31.1. - 2.3. geschlossen; Künstlergespräch, am 20.1., 11 Uhr



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Ausgabe 1/2  2018
Ausstellungen Mirko Baselgia [03.11.17-22.03.18]
Institutionen Grossmünster [Zürich/Schweiz]
Autor/in Deborah Keller
Künstler/in Mirko Baselgia
Link http://www.grossmuenster.ch
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