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Die Schweizerische Post — Fördertradition im Grossen wie im Kleinen

Bern — Am Hauptsitz der Schweizerischen Post warte ich in der Lobby auf Diana Pavlicek, die seit 2019 die Leitung der Kunstsammlung innehat. Während ich die Kunstwerke im Eingangsbereich betrachte und über die Funktionen von Kunst sinniere, tritt Pavlicek, gerade ein Telefonat beendend, an mich heran. Zügig führt sie mich durch die weitläufigen Räume der Post, bevor auch schon ihr nächstes Meeting ansteht. Doch zuvor spreche ich mit ihr über das Engagement der Post für die Kunst, denn ein besonders ereignisreiches Jahr steht bevor. Die Post fördert und sammelt bereits seit 1924 zeitgenössische Schweizer Kunst. Anlässlich der 100-jährigen Fördertradition sollen die Kunstwerke der Sammlung 2024 einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden, wie Pavlicek erzählt. Neben Ausstellungskooperationen, die im Mai im Bündner Kunstmuseum Chur beginnen, ist für den Sommer auch eine umfassende Publikation geplant, die hundert Künstler:innen der Sammlung näher vorstellt.
 
Mit Diana Pavliceks Stellenantritt wurde nicht nur das Werkverzeichnis der Kunstsammlung digitalisiert, sondern auch die Sammlungsstrategie umfassend ausformuliert. Diese besteht nicht nur aus Ankäufen, die derzeit etwa zehn Kunstwerke pro Jahr umfassen, und Kunst-und-Bau-Projekten, sondern auch in Partnerschaften mit ‹Kunst in der Peripherie›-Anlässen. Unter dem Motto «Kunst entdecken!» geht es darum, Kunst abseits der Städte zu präsentieren und Künstler:innen mit der Umsetzung ortsspezifischer Arbeiten in den Fokus zu rücken. Und die Post wäre nicht die Post, wenn nicht auch diese drei Grundpfeiler als Sonderbriefmarken Platz fänden, was meine persönliche Entdeckung des Tages ist: Eine von Pavlicek lancierte Serie begann 2021 mit der «Leinwand»-Briefmarke, welche die Kunstsammlung repräsentiert. Ein Jahr später folgte die von Monica Ursina Jäger gestaltete «Chlorophyll»-Edition als Symbol für Kunst in der Peripherie. 2023 ist schliesslich die «Beton»-Briefmarke mit Zementpigmenten als Sinnbild für Kunst und Bau erschienen. Doch Achtung: Die Briefmarken seien schon fast vergriffen, wie mich Pavlicek vorwarnt.

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