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Die Künstlerin als exzentrische Selbstmörderin

In unserer überinformierten Gesellschaft sind Wissen und Erfahrung zweierlei. Information hat nicht zwingend Anteilnahme zur Folge. Die Unfähigkeit, gegenüber dem Leiden anderer tatsächlich Betroffenheit zu empfinden, politische und historische Prozesse wirklich zu begreifen, hinterlässt ein beklemmendes Gefühl. Seit Jahren bemüht sich die niederländische Künstlerin Mathilde ter Heijne darum, für dieses Unbehagen eine Sprache zu finden. In ihren neusten Arbeiten verknüpft sie das paradoxe Verhältnis von Ratlosigkeit und Idealismus mit der Frage nach ihrer eigenen künstlerischen Identität.

Your Plinth is my Lap

Seit ihrem viel beachteten Werkkomplex «The NAM», in dem sich die 1966 geborene Londonerin amerikanischer Kinofilme über den Vietnamkrieg annahm, ist Fiona Banner ein Begriff in der europäischen Kunstszene. Ihre Ausstellungen in Berlin im letzten Jahr – bei Barbara Thumm und auf der Biennale – zeigten ihre neue Werkreihe «Arse-women in Wonderland» – Nacherzählungen einer Hardcore-Pornoproduktion, die nur im Titel auf das Märchen vom Mädchen im Wunderland Bezug nimmt.

Das Experiment Malen

Nachdem Hanspeter Hofmanns abstrakte Bilder zusammen mit Vera Lutters Fotografien im Frühjahr des letzten Jahres in der Kunsthalle Basel zu sehen waren, soll sich der Blick hier auf seine allerneuesten, noch künstlicher und bunter gewordenen Malereien richten. Hofmanns systematische Untersuchungen, die stets zwischen Referenz und autonomer Formensprache oszillieren, loten mit Konsequenz die der Malerei innewohnenden Kräfte aus.

Valentin Carron: «Les vertiges de la rétine»

L’artiste valaisan réalise des environnements subtilement décalés dont chaque élément, potentiellement autonome, s’inscrit comme indice trompeur de sa genèse. Son ancrage, sa densité, son rayonnement? voire son «histoire» ont été fabriqués de toutes pièces. À l’instar d’une classe turbulente faisant soudain silence à l’arrivée du maître, chacun sait donner contenance à son vertige intérieur. Mais sous le masque, les effets se poursuivent.

Ann Lee et ses vies

Dès le 26 mars prochain à Genève, le Mamco présentera le nouvel épisode «Ann Lee You Proposes» imaginé par Liam Gillick. Avec l’achat des droits d’auteur de ce personnage manga bon marché, auprès d’une société japonaise de dessins animés, les artistes Philippe Parreno et Pierre Huyghe ont eu une très jolie idée. Ils ont offert à plusieurs artistes1 la possibilité de mettre en scène cette icône désincarnée au gré de leur imagination. Ce projet collectif «No ghost, just a shell» regroupera toutes les incarnations d’Ann Lee.
Genève — MAMCO Genève

Wickelröcke und Dioden - Ein Blick auf die Faltenwürfe chinesischer Buddha-Statuen aus dem 6. Jahrhundert

Die Künstlerin Teresa Chen hat die Ausstellung «Die Rückkehr des Buddha – Chinesische Skulpturen des 6. Jahrhunderts» im Rietberg Museum Zürich besucht. Die grossartige Präsentation ist mit 33 der schönsten und bedeutendsten dieser 1996 gehobenen Figurengruppe bestückt. Der Ort, an welchem die 300 Statuen entdeckt wurden, gehörte einst zum Areal eines Tempels in Qingzhou, der im 6. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Wie begegnet eine in Zürich lebende, aktiv im Kunstgeschehen der Stadt eingebundene Künstlerin diesen Boten aus einer fernen Zeit?

Gouglas Gordon im Kunsthaus
Besprechung

Vom viel gerühmten Kunsthaus Peter Zumthors mit seinen samtweichen Betonwänden und den wohl proportionierten Ausstellungsräumen ist dieses Mal reichlich wenig zu sehen. Der irische Shooting Star Douglas Gordon macht einfach das Licht aus. Auf drei Etagen breitet er – mehr oder weniger im Dunklen – «Die privaten Memoiren und Bekenntnisse eines gerechtfertigten Sünders» seines Landsmannes James Hogg aus und schickt den Betrachter dabei auf einen Parcours, der in ganz unterschiedlicher Weise Wahrnehmung und literarische Vorlage, körperliches ausgeliefert Sein und die vielschichtigen Inszenierungen des Doppelgängermotivs verschränkt.
Bregenz — Kunsthaus Bregenz

Ladina Gaudenz bei Luciano Fasciati
Besprechung

Traditionelle abstrakte Ölmalerei, die an Fotografie erinnert und doch etwas ganz Eigenständiges aufweist: Ladina Gaudenz, Engadiner Künstlerin mit Wohnsitz in Genf, zeigt bei Luciano Fasciati ihre neuesten Arbeiten.

Schöner Schwingen in der Kunsthalle Schirn
Besprechung

Welche Reize wir wahrnehmen, hängt von unseren individuellen Schwellenwerten ab. Im Schwingungsfeld von «Frequenzen» beispielsweise befinden sich die Besucher möglicherweise schon früher, als sie es vermuten würden. Wer seinen Rundgang im Obergeschoss bei der Eintrittskontrolle zu beginnen glaubt, hat bereits mehrere Arbeiten passiert. Mark Bains «Pill» etwa, eine unter der Decke des quaderförmigen Vorbaus angebrachte Stahlkapsel, die über einen Oszillator zum Resonanzkörper wird: Zumindestens potenziell kann in der Kunstpille das Zeug zu einem alles andere als harmlosen Homöopathikum gegen die Standhaftigkeit des Gebäudes stecken, das sie vorerst allerdings nur unmerklich erzittern lässt.

Ghada Amer in der Galerie Guy Bärtschi
Besprechung

Wie Ariadne zieht Ghada Amer ihren Faden durch das Labyrinth der Gegenwartskunst. Die in Kairo geborene, in Frankreich ausgebildete und in New York lebende Künstlerin zeigt in der Galerie Guy Bärtschi gestickte Bilder und Zeichnungen aus den letzten zehn Jahren.
Genève — Guy Bärtschi